Gibts hier Leute mit Erfahrungswerten zu Photovoltaik-Anlagen?

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    • Gibts hier Leute mit Erfahrungswerten zu Photovoltaik-Anlagen?

      Wie im Titel geschrieben: Gibts hier Forumsmitglieder mit Erfahrungswerten zu Photovoltaik-Anlagen? Der Grund: Wir planen die Anschaffung einer Photovoltaikanlage auf unserem Einfamilienhaus. Geplant ist eine Anlage mit (monokristalinen) PV-Platten mit +/- 9,9 kW auf dem Dach und einem (Lithium-)Akkuspeicher von 10 bis 11 kW im Keller.

      Wenn jemand von euch schon eine PV-Anlage in Betrieb hat (oder aus anderweitiger Quelle Erfahrungswerte besitzt), evtl. optimalerweise auch mit Akkuspeicher, dann wäre ich dankbar, wenn ihr hier ein paar Erfahrungswerte - positive wie negative - mit mir teilen würdet: auf was sollte man achten, was ist empfehlenswert, was sollte man vermeiden, welche "Stolpersteine" (an die man als Neueinsteiger evtl. gar nicht denkt) kann es geben, etc. etc. …
    • Moin!

      Eigentlich ist es ganz einfach:
      Mach die Dachflächen voll...alle!
      Verbrauche möglichst viel Strom selber.
      Speicher fühlt sich gut an, ist kaufmännisch aber nicht Ideal.

      Mit PV-Gis kann man gut abschätzen was die Dachflächen an Ertrag bringen. Nach der maximalen Belegung werden die Wechselrichter ausgelegt. Dabei macht es oftmals einen Sinn, die 70%-weich zu wählen.
      Nach schlechten Erfahrungen mit einem DC-Speicher gefallen mir inzwischen AC-Speicher besser.
    • ja hehe ich hab vor paar Monaten einen Eigenbau (Einspeiseanlage) mit 4x335Wp für ca. 1k besorgt und beobachte das ganze.
      Also Strom liefern tun die Platten, das kann ich bestätigen.
      Bin super zufrieden mit dem ganzen, verbrauche fast alles (90%) selber.
      Bei Schatten bricht die Leistung ein, wennst verschattungen hast solltest Moduloptimierer verwenden.
      Die Sonne schicke keine Rechnung!
      facebook.com/michael.jahrer/me….10223366468652243&type=3

      Wennst einen Speicher hast dann ist eine "Süd"-Anlage besser weil mehr Ertrag und auch im Winter Leistung, sonst West-Ost wennst nur selber verbrauchst.
      Meine Ost/West Platte macht ca. 1.2-1.3kWh, wobei die Süd Platte 1.8-2.0kWh pro sonnigem Tag machen.

      Ich nehme an du lasst das von Profis montieren, die kennen sich eh aus mit dem ganzen.
      Sonst wie Q-Treiber: selbst verbrauchen ist viel wirtschaftlicher als einspeisen. Aber mit dem Akku schaffst das sicher.
      Rechne noch vorher kurz durch was dir eine kWh aus dem Akku kostet dann kannst abschätzen wann sich der amortisiert:
      zB: 10kWh Akku, 5000€, 5000 Ladezyklen = 5000/(10*5000) = 0.1€ pro kWh (aus dem akku)

      PV ist eine langfristige Geschichte, die meisten Anlagen rechnen sich nach 10Jahren
      2003er S2000, first engine died@100tkm[valve retainer broken], now:F20C+TODA high comp pistons/ITBs, KWv3 12kg springs, GReddy Catback single, Custom Airbox, GTC-300 Airfoil, 4.77 final drive, Sandtler RX-A, CL RC8-R pads, brake cooling, AEM EMS2, Oil temp/press sensor. Budget seats, hardtop in, softtop out, extremely weight lowered, 1kg battery, CE28N square 17x9ET35, total:1110kg (1/3 tank, no driver)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von jahrmichi ()

    • Moin!

      Dürfte schwer werden, einen Speicher auf 5000 Zyklen zu bringen. Man rechnet mit etwa 200 Zyklen im Jahr, was immer noch 25 Jahre wären. Realistisch würde ich um die 15 Jahre ansehen. Üblich ist eine Garantie auf 10 Jahre. Aber zusammen mit einer PV kann immer noch eine positive Rendite erzielt werden.

      Hier der Link zum PV-GIS Tool: re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools/en/tools.html

      Eine typische Flachdachanlage auf einer Garage mit ~15° Aufständerung bringt über 820kWh/kWp im Jahr.
      Wer also angenommen 10kWp damit aufbaut hat am Jahresende 8.200kWh erzeugt und erhält zum Beispiel bei einer Inbetriebnahme im Mai 2020 für 20 Jahre eine fixe EEG-Vergütung von 9,3ct/kWh. Das wären dann 762,60€ im Jahr oder rund 15.000€ in 20 Jahren.

      Jegliche Form von Eigenverbrauch verbessert diese Rechnung!
    • Moin, ich sehe das ähnlich wie Q-Treiber. Habe seit März eine 10 kWp Anlage auf dem Dach inkl. Batteriespeicher mit 8 kWh nutzbarer Kapazität.
      Mein Dach hat volle Südausrichtung und kommt sehr nah an die prognostizierten Werte vom Solarkataster NRW heran. Da hat NRW tatsächlich mal was gutes Online gestellt. Die Anlage deckt auch bei schlechtem Wetter immer mein Grundrauschen im Haus. Der Wechselrichter wurde von der Solarfirma auf 8 kW Dauerbetrieb ausgelegt und die liefert die Anlage auch bei voller Sonneneinstrahlung regelmäßig.
      Beim Batteriespeicher gibt es inzwischen eine Reihe unterschiedlicher Ansätze. Allerdings bin ich mir da gerade nicht sicher was Q-Treiber mit AC-Speicher meint.
      Die Akkus sind in der Regel immer Gleichstromspeicher. Die folgenden Lösungen gibt es inzwischen auf dem Markt:

      1. Solarladeregler: Die Module hängen an dem Solarladeregler. Dieser lädt direkt den Akku mit der DC-Solarspannung. Der Wechselstrom für die Verbraucher wird entweder durch einen separaten Wechselrichter oder einen im Solarladeregler integrierten Wechselrichter bereitgestellt. Im Akku selbst übernimmt ein Batteriemanagementsystem die Überwachung des Akkus.
      Vorteil: Diese Anlagen lassen sich sehr günstig selber bauen und sind für den Inselbetrieb geeignet. Nachteil: Durch die oft wilde Kombination von unterschiedlichen Produkten sind diese Anlagen oft nicht so effizient und nicht so stabil. Mit der nötigen Expertise lassen sich aber auch auf diese Weise gute Anlagen bauen. In Deutschland bei Gebäuden mit Netzzugang aber eher selten anzutreffen.

      2. Hybridwechselrichter: Ähnlich wie der Solarladeregler übernimmt ein Hybridwechselrichter das Laden des Akku und die Stromernte über die Solarmodule. Unterschied dabei, Akkuspannung und Modulspannung müssen nicht übereinstimmen. Der Wechselrichter transformiert den DC-Solarstrom passend für den Akku. Er kann in der Regel auch den Akku aus dem AC-Netz laden. Außerdem wird der Überschuß in das AC-Netz eingespeist. Diese Wechselrichter sind in der Regel nicht für den Inselbetrieb geeinget, d.h. sie benötigen immer das AC-Stromnetz für den Betrieb.

      3. Solarwechselrichter und Batteriewechselrichter getrennt: Findet sich vor allem häufig bei Bestandsanlage mit nachgerüstetem Akku. Hier kommt ein Wechselrichter für die PV-Module zum Einsatz welcher den erzeugten Strom direkt ins AC-Netz einspeist. Dieser kann dann sofort verbraucht werden. Der Überschuss wandert über einen Batteriewechselrichter in den Akku bis dieser voll ist und danach ins öffentliche Netz.

      Das sind die häufigsten Kombinationen die derzeit anzutreffen sind. Außerdem kann man noch ziemlich wilde Kombinationen von alledem bauen. Allerdings benötigt man dann ein ausgeklügeltes Steuersystem. Wer da mehr Infos braucht kann mich gerne ansprechen.

      Zum Akku selbst sei noch gesagt, das es sich heute meist um LiFePo4 Akkus handelt und die Verluste bei "Hochvoltsystemen" (bis 1000V) in der Regel geringer sind. Auch sind dort die Kosten für die Kabel meist niedriger, weil niedrigere Querschnitte verwendete werden können. Die Systeme bis 60V sind aber auch weit verbreitet und die Geräte oft kostengünstiger. Aber da braucht es, wie gesagt, oft große Kabelquerschnitte um die großen Ströme mit so wenigen Verlusten wie möglich zu übertragen.
      Alternativen sind noch das komplexe System mit Elektrolyseur, Wasserstoffspeicher und Brennstoffzelle (überwiegend als Langzeitspeicher), die Redox-Flow Batterie (ebenfalls Langzeitspeicherfähig, aber auch für den zyklischen Betrieb Tag/Nacht) oder die "gute" alte Bleibatterie zu nennen.

      Akkusysteme sind in Deutschland in der Regel für max. 3kW pro Phase ausgelegt, wenige auch bis 3,5kW und vereinzelt auch mit mehr. Allerdings gibt es da wohl in NRW eine Richtlinie von Westnetz die für Batteriespeicher mit mehr als 3,5kW pro Phase eine Sondergenehmigung von Westnetz erfordert. Aber damit habe ich mich noch nicht im Detail auseinandergesetzt.

      Ich habe bei mir die Variante 3 mit einem einphasigen 3kW 52 Volt Akkusystem im Einsatz. Das System war sehr günstig und lässt sich leicht überwachen und fernsteuern. Außerdem besitzt es einen Notstromausgang.
      Da bei mir die Kabelverbindung zwischen Akku und Batteriewechselrichter noch recht kurz sind, fiel der Kabelpreis nicht so sehr ins Gewicht. Trotzdem beträgt die Verlustleistung bei einer Akkuladung-/entladung ca. 1 kWh pro Zyklus. Also vereinfacht gesprochen 9 kWh Stunden werden reingeladen um 8 kWh nutzen zu können.

      Die finanzielle Seite bei der ganze Geschichte ist leider in Deutschland noch weit komplizierte als die technische.

      Hier gibt es in Deutschland auch wieder unterschiedliche Möglichkeiten, wie z.B. Überschuss kostenlos einspeisen, Überschuss mit Vergütung einspeisen, keinen Überschuss einspeisen, eine Inselanlage und wahrscheinlich auch noch andere Kombinationen von denen ich noch nichts weiß. Auch ist die Zukunft bei der Überschussvergütung im Augenblick ziemlich nebulös. Die Politik doktort da gerade wieder dran rum und lässt sich mit Sicherheit von den Energiekonzernen wieder Nonsen diktieren um die PV-Besitzer auszunehmen.

      Insbesondere die korrekte Versteuerung des erzeugten und verbrauchten Stroms, wenn der Überschuss vergütet wird, ist nicht ganz ohne Aufwand. Insbesondere man von dem sog. Vorsteuerabzug Gebrauch machen möchte. Was sich bei einer gleichzeitigen Anschaffung von PV-Anlage und Batteriespeicher lohnen kann. Dabei wird man vom Finanzamt als Unternehmer eingestuft und muss dann zumindest in den ersten zwei Jahren jeden Monat eine Umsatzsteuervoranmeldung machen. Außerdem muss nicht nur die vereinnahmte MwSt. für den eingespeisten Strom abgeführt werden, sondern auch die MwSt. für den selbstverbrauchten Strom. Nach 6 Jahren kann man dann in die sog. Kleinunternehmerregelung wechseln und die Regelungen für die Umsatzsteuer entfallen. Sofern der MwSt.-Betrage den man zu Beginn von seiner gekauften Anlage zurück bekommen hat in den 6 Jahren nicht aufgebraucht wurde, hat man Plus gemacht. Ansonsten könnte es vorher schon ratsam sein direkt als Kleinunternehmer dem Finanzamt gegenüber aufzutreten.
      Aber das muss jeder für sich selbst rechnen, was sich lohnt. Ist ein ziemlicher Dschungel, aber das sind wir ja in DE gewohnt. Einfach gibt es hier nicht.

      Ich hoffe das hilft ein bisschen weiter.
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      Bj: 2004, Moon Rock Metallic, 17" Volk CE28N, Zeitronix Zt-2
      >>> The best way of life is cabrio drive. <<<
    • Moin!
      zum Thema AC/DC-Speicher folgende Ergänzung:
      Ein DC-Speicher wird direkt an den Wechselrichter der PV-Anlage angeschlossen. Dadurch hat man den Vorteil, das die Ladeverluste von grob 10% gar nicht erst als Erzeugung gelten. Im Gegenzug hat man aber in der Regel 2 verschiedene Lieferanten für Wechselrichter und Batterie. Ich bin bei so einer Konstellation schon einmal bei einem Gewährleistungsfall zwischen den Stühlen stecken geblieben.

      Ein AC-Speicher wird unabhängig von der PV-Anlage im Hausnetz angeschlossen. Man hat hier in der Regel dann nur einen Ansprechpartner für das ganze System und bei entsprechender Garantie/Gewährleistung keine Probleme. Zudem kann der schwere Speicher dann auch dort montiert werden, wo man gut ran kommt. Also zum Beispiel in der Garage oder im Erdgeschoss.

      Einphasige Speicher und Wechselrichter dürften in Deutschland aufgrund der Schieflastbegrenzung maximal mit 20A angeschlossen werden, das sind bei 230V dann 4,6kW. Aufgrund von in D vorgeschriebenen saldierenen Stromzählern ist es dabei aber egal auf welcher Phase die Erzeuger und Verbraucher montiert sind. Es ist also möglich auf L1 mit 4kW Strom einzuspeisen, auf L2 mit 2kW einen Speicher zu laden und auf L3 mit 2kW den Herd zu betreiben. Der Zähler steht in diesem Fall still.

      Ich habe inzwischen 2 PV-Anlagen mit 17,8kWp auf meinem Hausdach installiert (2013, 2017) und einen Speicher mit 13,2kWh (Tesla Powerwall2). Damit habe nur noch einen Strombezug von unter 500kWh im Jahr.
    • Q-Treiber schrieb:

      Einphasige Speicher und Wechselrichter dürften in Deutschland aufgrund der Schieflastbegrenzung maximal mit 20A angeschlossen werden, das sind bei 230V dann 4,6kW.
      Vielen Dank für die Aufklärung. Hatte schon vermutet, dass es was mit Schieflastbegrenzung zu tun hat.

      Q-Treiber schrieb:

      Ich habe inzwischen 2 PV-Anlagen mit 17,8kWp auf meinem Hausdach installiert (2013, 2017) und einen Speicher mit 13,2kWh (Tesla Powerwall2). Damit habe nur noch einen Strombezug von unter 500kWh im Jahr.
      Schön zu lesen, dass es noch mehr Menschen gibt die sich auch an größere Anlagen waagen. Meine Eltern haben inzwischen ebenfalls ca. 20 kWp installiert und rüsten jetzt noch einen zusätzlichen Speicher nach. Die Anlage ist über die Jahre (seit. 2000) munter gewachsen. Da wird es dann demnächst mit der Steuerung von zwei Batteriespeichern interessant.

      Deine Powerwall2 läuft auch seit 2017? Wie sieht es mit der Ladeleistung bei der Powerwall aus? Mit wie viel kW kann sie laden?

      Bei meinen Eltern ist es im Winter oft das Problem, dass an sonnigen Tagen für wenige Stunden große Peak-Leistung (13 - 14kw) vom Dach kommt, die der alte Akkuspeicher (eine Sonnenbaterie mit 3kW Leistung) nicht aufnehmen kann. Deshalb soll jetzt ein neues 3-Phasiges System mit 6,5 kW Ladeleistung dazukommen. Zusammen mit der bestehenden Batterie mit 3 kW könnten sie so zumindest schon mal 9 kW abfischen.

      Das wäre im übrigen auch mein Tipp an den Django63. Je nachdem wie hoch dein Eigenverbrauch, vor allem im Winter, ist, kann es sich lohnen ein Akkusystem mit höherer Peakleistung als die üblichen 3kW (wichtig kW und nicht kWh) zu kaufen. Dabei geht es tatsächlich dann nicht um die max. Entladeleistung sondern um die Ladeleistung (wobei die meist identisch sind). Im Winter scheint die Sonnen zwar kürzer, aber gerade an einem klaren, kalten Wintertag kann eine PV-Anlage hohe Peakleistung liefern die man dann mit einem leistungsfähigen Akkusystem speichern kann. Bei einer 10 kWp Anlage kommen da ohne Probleme auch im Winter 8 kW Leistung am Wechselrichter an. Da ist es dann toll, wenn man statt 3kW, 6 oder mehr kW in den Akku schicken kann. Gerade bei der Erstanschaffung in Kombination mit dem Vorsteuerabzug tut es dann auch nicht so weh, wenn das Akkusystem etwas teurer ist, dafür aber die höhere Leistung speichern kann.
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    • Moin!
      Die PW2 kann in D 4,6kW in beide Richtungen. Das ist bei mir durchaus ausreichend, da ich fast keine höheren Lastspitzen im Haushalt habe. Mit dem neueren Gateway kann die PW2 übrigens auch Ersatzstrom liefern, man hat also auch bei Stromausfall noch Licht im Haus. Sie dürfte in der Größenklasse auch zu den günstigeren Lösungen zählen.

      tesla.com/de_DE/powerwall

      Bevor man aber Strom speichern kann, muss er erst einmal erzeugt werden. Daher ist hier eine gute Auslegung der Stränge und Wechselrichter nötig. Oftmals werden hier schon einige Prozent an Ertrag verschenkt oder zu teure Technik angeboten. Vielleicht kann Django ja mal ein Luftbilder oder eine Skizze vom Dach zeigen.
    • Wow, cool – da kommt ja schon jede Menge Info von euch! An dieser Stelle schon mal ein dickes "Danke" zwischendurch. :thumbsup:

      Etliche von euch genannte Fachbegriffe/Fachinfos übersteigen mein derzeitig noch geringes Wissen Zum Thema PV, aber ich versuche kräftig dazuzulernen …

      Unsere Planungssituation mal näher erläutert: Das Dach hat perfekte Südausrichtung, 40 Grad Dachneigung und ist ein sog. Krüppelwalmdach. Stromverbrauch ist bei uns ca. 5.500 kW im Jahr. Wir haben bei der PV-Anlage einen möglichst hohen Eigenverbrauch im Sinn, deshalb soll eben auch der Batteriespeicher dazu. Die PV-Anlagengröße von ca. 9,9 kW kommt aus der Überlegung heraus, dass wir eh nicht viel mehr auf das Dach bekommen würden (da sitzt schon eine Warmwasser-Solaranlage drauf und eine kleine Gaube gibt es auch) und Anlagen über 10 kW meines Wissens nach einige Nachteile mit sich bringen (Gewerbeanmeldung zwingend, EEG-Umlage, Erzeugungszähler notwendig, geringere Einspeisevergütung …). Was uns beim Batteriespeicher auch wichtig ist: USV, also eine weiterhin bestehende (Not-)Stromversorgung bei Netzausfall, nach Möglichkeit mit schneller Schaltzeit, sodass die Computer und der Server im Haus dadurch auch gleich bei Netzausfall abgesichert sind. Und Überlegungen, ein E-Auto anzuschaffen gibt es auch (sind aber derzeit nur vage Überlegungen, hat kein Prio).

      Wie von jahrmichi vermutet, werden wir die ganze Anlage von einem "All-in-One"-Anbieter ("Profi") kaufen und installieren lassen. Das hat dann auch den Vorteil, dass die den ganzen notwendigen Papier- und Anmeldekram gleich mit erledigen. Aber wie das eben so mit "Profi-Anbietern" ist, erzählt einem natürlich jeder das sein angebotenes System das Beste ist – und die ein oder andere Sache, die evtl. bei der Überlegung zur Anschaffung wichtig oder zumindest interessant ist, erzählen sie evtl. gar nicht (und deshalb hab ich den Tread hier letztendlich angefangen, um auch mal neutrale Infos und Empfehlungen zu bekommen).

      Echt gut war schon mal der Tipp von jahrmichi bzgl. Moduloptimierer – durch die kleine mittige Gaube auf dem Dach ergeben sich tatsächlich in den Morgen- und späten Nachmittagsstunden Verschattungen auf dem Dach. Von den "Fachberatern" (Firmenvertretern), die bisher bei uns waren, hat da keiner was dazu gesagt. Das ist also ein Thema, mit dem ich mich auf jeden Fall näher beschäftigen bzw. bei den Anbietern nochmal explizit nachfragen werde.

      Gut finde ich auch den Hinweis von Freestyler zur maximalen Ladeleistung. Das Beispiel mit dem Sonnenpeak im Winter leuchtet mir absolut ein. Werd ich also auch ein Auge darauf haben. Frage dazu: Spielt es denn bzgl. Ladeleistung auch eine Rolle, ob die Anlage mit einem oder zwei Wechselrichtern ausgestattet ist?

      Was mir so gar nicht klar ist: Was hat es mit diesem ein- oder dreiphasigen Netzanschluß auf sich? Hab schon mal bissl danach gegoogelt, aber irgendwie kapier ich es nicht … Ist ein- oder dreiphasig für den "Otto-Normalverbraucher" egal, oder ist das eine oder das andere eher zu empfehlen? Und wenn ja, warum? Bei den Anlagen-Angeboten, die ich bisher bekommen habe, ist der Anschluß standardmäßig immer einphasig - dreiphasig kostet entweder Aufpreis oder wird gar nicht angeboten. Bei Senec z. B. gibts dann auch noch einen Batteriespeicher mit zweiphasiger Leistungsabgabe …(?) Ich blick da echt nicht durch …

      Und eine weitere Frage: Was haltet ihr von sowas wie "Strom-Cloud" (Senec) oder "Strom-Flat" (Sonnen)? Auf dem (Werbe-)Papier hört sich das ja erst mal ganz gut an - aber in der (Werbe-)Theorie klingt halt vieles oft ganz toll und in der gelebten Praxis siehts dann auf einmal ganz anders aus … :/
    • @Q-Treiber: Bild vom Dach gibt es – einer der Anbieter, die hier vor Ort waren, hat 'ne Drohne hochgeschickt. Die haben dann auch schon die möglichen Positionen der Solarplaten eingezeichnet.

      Wenn mal wieder die Sonne scheint will ich auch noch Bilder von der max. Verschattung (früh und nachmittags) durch die Gaube machen.
      Bilder
      • IMG.jpg

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Django63 ()

    • Moin!

      Das Bild hilft doch schon einmal. Ich tippe mal auf 31 Module zu je 320Watt. Das wären dann Deine 9,9kWp. Bei den Abständen zur Gaube brauchst Du Dir über Schatten keine Gedanken machen. Ich würde aber links die 3 Module vielleicht zur Gaube verrutschen um den Schatten des Baum/Busch zu vermeiden. Oder aber rechts nur 6 Module belegen um aus optischen Gründen links die Fläche voll zu machen.

      31 Module würde ich mit 15/16 in 2 Strings packen. Das dürfte dann jeweils irgendwas um 450/480V ergeben, was für viele Wechselrichter schön mittig im MPP-Spannungsbereich liegt. Zudem hat man dann auch genügend Schattentoleranz, da die Untergrenze meist bei 250-300V liegt. Es können also problemlos 5 Module in den Schatten wandern, bevor der Wechselrichter die Arbeit einstellt. Kannst Dir ja mal den SMA Tripower 10 oder den Fronius Symo angucken. Ich würde zwischen den 8 und 10kW Geräten schwanken. Aber auf jeden Fall sind die Geräte über 4,6kW immer dreiphasig angeschlossen.

      Wie viel Grundlast hast Du im Haus? Ist tagsüber jemand zu Hause und verbraucht Strom?

      In Deutschland gibt es 3 Möglichkeiten die Anlagen in Betrieb zu nehmen:
      -100% Einspeisung -> Bedeutet Du mußt für >500€ eine Fernsteuereinheit vom EVU kaufen (RSE)
      -70% hart -> Dein Wechselrichter wird unterdimensioniert bzw per Software begrenzt (kostet ~2% Ertrag)
      -70% weich -> Du installierst eine Messeinrichtung vor dem Stromzähler und begrenzt hier auf 70%

      In der Regel wird heute eine 70%-weich Regelung installiert. Dadurch hast Du die Chance die Stromspitze in der Mittagszeit irgendwie im Haushalt/Speicher/Auto zu nutzen. Zudem kann man mit der zusätzlichen Messeinheit schöne Bilder und Werte für die Auswertung bekommen. Von den Kosten-Nutzen her ist meist 70%hart etwas besser, da die Wechselrichter etwas günstiger sind und Du den Stromsensor sparst. Wir reden dabei über vielleicht 200-300€ in Summe.

      Preislich sollte das alles zusammen irgendwo bei 11-12t€ netto liegen, ggf. kommt noch ein Umbau im Zählerschrank dazu für den vorgeschriebenen Überspanungsschutz. Dazu kommt dann der Speicherwunsch. Wenn dieser sehr groß ist, sollte man das alles zusammen aufbauen lassen. Damit kann man den Speicher dann auch netto kaufen und die Kosten entsprechend absetzen.
      Ich bin mit meiner Tesla Powerwall2 zufrieden, diese kann jetzt auch Ersatzstrom (kein Notstrom!) bieten. Das können nicht viele Systeme, da wäre sonst noch E3DC Quattroporte, der aber Preislich deutlich darüber liegt. Aber nicht alle Solarteure vertrieben die Tesla Powerwall. Oft wird jetzt wohl LG Chem oder BYD angeboten in Zusammenhang mit einem SMA SunnyBoy Storage. Von diesen Cloud-Geschichten würde ich die Finger lassen, da gibt es derzeit noch kein System was wirkliche Vorteile bietet.

      Ach ja, und am Besten gleich eine Wallbox für das Auto mit montieren lassen. Die Box dann auf separater Rechnung, aber die Verkabelung würde ich der PV-Anlage zuordnen um die Steuervorteile zu nutzen.
    • Oh – viel Info und bei manches verstehe ich (noch) nicht … :blush:

      Wie finde ich die Grundlast im Haus heraus?

      Ich kann zumindest mal sagen: ja, tagsüber ist jemand im Haus und verbraucht so einiges an Strom, da ich Selbstständig bin. Insgesamt haben wir mit 5.500 kW im Jahr einen relativ hohen Stromverbrauch (umwelttechnisch gesehen vermutlich viel zu hoch) … :whistling: Ich schätze mal, das sich die Last relativ gleichmäßig über den Tag verteilt (tagsüber für's berufliche, Abends privat).

      Wegen dem hohen Stromverbrauch und der gewünschten möglichst hohen Selbstversorgung dachte ich an einen Batteriespeicher mit mind. 10 kW. Ist das ausreichend? Oder vielleicht eher überdimensioniert?

      Die Sache mit dem ein- oder dreiphasigem (oder evtl. auch zweiphasigem) Anschluß des Batteriespeichers kapier ich immer noch nicht … :blush: Was ist da wirklich das sinnvollere?

      Und wie ist das mit dem Wechselrichter? Einige Batteriespeicher haben den ja anscheinend schon gleich mit eingebaut (z. B. Senec und wohl auch die Tesla Powerwall 2) - da fällt die freie Auswahl des Wechselrichters dann doch eh untern Tisch, oder?

      Und was ist der Unterschied zwischen Ersatzstrom und Notstrom?

      Die Powerwall 2 klingt insgesamt ja eigentlich recht gut, was mich aber abschreckt ist das Tesla-eigene Kommunikationsprotokoll - eine Integration zum einem Energiemanagement (SmartHome-Anbindung) ist da dann ja wohl nicht möglich. Das wäre mir aber eigentlich auf die Zukunft gesehen schon wichtig. Als purer Speicher ist das Ding aber wohl recht gut.

      Der Senec V3 Hybrid duo scheint wiederum ganz gut beim Thema Energiemanagement zu sein. Allerdings gefällt mir die maximale Ladeleistung von nur 2,5 kW nicht so gut (siehe Begründung von Freestyler zum Winter-Sonnenpeak). Frage zu dem Ding: Was bringt den eigentlich ein zweiter Wechselrichter für Vorteile?

      Derzeit bin ich gerade dabei, mir den Alpha ESS Storion Smiley 5 mal näher anzusehen. Der ist wohl allerdings noch recht neu am Markt und es gibt wenig Erfahrungsberichte (ich finde zumindest nicht viel beim googeln) …

      Was ich aber zumindest schon mal eindeutig erkannt habe: das Ganze ist ein komplexeres/komplizierteres Thema als ich zu Anfang dachte … 8|

      P-S.: Gibt es ein empfehlenswertes deutsches Forum zum Thema Photovoltaik für Dummys wie mich? Beim Googeln findet man da zwar so etliche, aber meistens Blick ich in den Treads dann nach dem zweiten, dritten Post schon nicht mehr durch … :blush:
    • Moin!

      Alle Infos zu PV-Anlagen findest Du hier :
      photovoltaikforum.com/index.php

      Nur von Speichern hält man dort nicht viel. Etliche der alten Hasen dort betreiben PV Anlagen die absolut auf Rendite optimiert sind. Teilweise sind auch die entsprechenden Dachflächen nur gepachtet.

      Wenn Du tagsüber zu Hause bist ist das gut für den Eigenverbrauch. Du hast also die Möglichkeit den Strom der über die 70% hinaus erzeugt wird auch sofort zu verbrauchen. Für die Auslegung eines Speichers ist es aber auch wichtig den Verbrauch in der Nacht zu kennen. Vielleicht kannst Du mal ein paar Tage lang den Verbrauch zwischen 18:00 und 8:00 am Zähler ablesen. Alles was in diesem Zeitfenster verbraucht wird, müsste ja aus dem Speicher kommen. Ich würde dazu noch einige Prozent an Sicherheit draufschlagen. Ich denke ab 5kWh sollte das bei Dir klappen, mit um die 10kWh kann man teilweise auch einen trüben Regentag überbrücken.

      In Deutschland ist es völlig egal, ob der Speicher eine oder drei Phasen versorgt. Es sind grundsätzlich saldierende Zähler verbaut, die nur die Summe der Stromflüsse zählen. Ein dreiphasiger Speicher der auch noch echten Drehstrom bieten kann ist nur für größere Motoren oder Pumpen wichtig, zum Beispiel in der Milchviehhaltung. Da unterscheidet man auch zwischen Notstrom (ohne Unterbrechung) und Ersatzstrom (mit kurzer Unterbrechung). Für einen Server darf es gerne Notstrom sein, sonst ist in der Regel auch Ersatzstrom ausreichend.
      Die Powerwall zum Beispiel kann nur Ersatzstrom liefern, da sie auch bei der Umschaltung alle 3 Phasen brückt. Damit läuft alles im Haushalt, aber eine große Wärmepumpe (Drehstrom) o. Ä. kann damit nicht betrieben werden. Grundsätzlich ist Notstrom deutlich aufwändiger, auch Ersatzstrom können nur wenige Akkusysteme liefern. Bei SMA kostet die notwendige Umschaltbox alleine um die 1.000€ da hier mehrere Schütze samt Sensorik benötigt werden.
      Hier mal die PW2 beim Umschalten (ab 2:40):


      Die PW2 liefert die Messdaten auch per API ins LAN, ich nutze zum Beispiel einen Raspi mit OpenWB um die Wallbox für die Autos zu regeln. Sonst wird oft und gerne auf SMA zurück gegriffen. Mit deren Sunny Home Manager können fast alle Systeme zusammen arbeiten.
    • Vielleicht kurz ein paar Grundlagen zur Stromversorgung. Ich glaube dann lösen sich ein paar Knoten.
      So gut wie alle öffentliche Netze sind sog. Dreiphasenwechselstromnetze. Die technischen Details sind dabei nicht ganz so wichtig, in erster Linie kommt diese "Form" des Stroms daher, dass der Strom zum großen Teil durch sich drehende Generatoren erzeugt wird.
      Für den üblichen Verbraucher in DE bedeutet das vereinfacht gesagt er bekommt seinen Strom über drei Kabel mit je 230 Volt geliefert. Das sind die drei Phasen (L1, L2, L3) von denen hier immer die Rede ist.
      Außerdem kommt in der Regel auch noch ein sog. Null- oder Neutraleiter mit dazu, weshalb bei den meisten Hausanschlußlästen 4 Kabel auflaufen. Aber der ist jetzt für das weitere Verständnis nicht ganz so wichtig.
      In der Regel versucht der Elektroinstallateur beim Bau der Stromversorgung eines Gebäudes die Verbraucher gleichmäßig über die 3 Phasen zu verteilen. So das beispeilsweise bei einem momentanen Stromverbrauch von 3000 Watt jeweils 1000 Watt auf jeder Phase verbraucht werden. Bei der PV-Stromerzeugung versucht man umgekehrt die Erzeugung gleichmäßig zu verteilen. Das geht am einfachsten mit dreiphasigen Wechselrichtern, weil diese automatisch den erzeugten Strom gleichmäßig auf die drei Phasen verteilen. Verwendet man einphasige Wechselrichter bräuchte man drei Stück von der gleichen Sorte mit der gleichen Anzahl PV-Module und ähnlicher Bestrahlung, damit die Verteilung halbwegs gut funktioniert. Bei kleineren Anlagen bis 5 kWp ist die Schieflast auf den Phasen aber meist überschaubar und wäre ohne Probleme mit zwei einphasigen Wechselrichtern machbar.
      Bei 10 kWp würde ich aber auch eher zu einem dreiphasigen Wechselrichter raten. In anderen Ländern wie beispielsweise Spanien sind Hausstromanschlüße meist einphasig. Da stell sich die Frage dann nicht.

      Jetzt noch kurz ein paar Worte zu den Themen Watt, Kilowatt, Volt und Ampere. Ich habe oben ja schon geschrieben, das unsere Häuser in der Regel mit 230 Volt über drei Phase mit Strom beliefert werden.
      Im Hausanschlußkasten befinden sich dann meist die Haussicherungen mit 63 Ampere je Phase. Also haben wir mit 230 Volt die Spannung unseres Wechselstroms und wenn 63 Ampere Sicherungen für die Stromstärke verbaut sind, können wir über jede Phase 230 Volt x 63 Ampere = 14490 Watt ziehen, was 14,490 kW entspricht. Das wäre die maximale Leistung (Watt) die so ein Stromanschluss liefern kann. In Summe über drei Phasen also 43,47 kW. Das ist für einen Haushalt verdammt viel Strom. Wenn man jetzt ein paar Vergleiche zieht, wird denke ich leichter klar, wie viel Arbeit sich mit so einer Energie verrichten lässt.
      Ich könnte beispeilsweise 43 Staubsauger mit je 1000 Watt gleichzeitig laufen lassen. Ist absurd, aber würde theoretisch gehen. Oder der Vergleich mit der Leistung eines Autos ist auch immer ganz nett. Unser Motor im S2000 leistet eine Maximalleistung von 177 kW. Also mehr als viermal so viel. Ganz schön viel Leistung nur um zu fahren :lol:
      Oder ein Vergleich mit einer Ölheizung mit beispielsweise 21kW heizleistung. Wenn man sich so die einzelnen Verbrauchern anschaut, bekommt man einen ganz guten Blick dafür wo man Energiefresser sitzen hat und wie denen beizukommen ist. Smart-Home ist da übrigens eine sehr feine Sache um PV-Strom gezielt zu verbrauchen, wenn er erzeugt wird. Ich habe so ein Lösung auf Basis des iobroker und nodeRed entwickelt. Diese steuert unterschiedliche Verbrauchen abhängig vom erzeugten Strom. Als Beispiel wird so eine Ladesäule für ein Elektroauto angesteuert und fährt in 230 Watt Schritten die Ladeleistung automatisch rauf und runter, je nachdem wie viel Überschuss gerade da ist.
      Zum Schluß noch das Thema kW und kWh. In Kilowatt (kW) wird die momentane Leistung die ein Verbraucher zieht angegeben. Tut dieser Verbraucher das konstant für eine Stunde dann spricht man von Kilowattstunden (kWh). Wichtig nicht von Kilowatt pro Stunde. Diese Kilowattstunden kennt jeder von seiner Stromrechnung. Das ist die Einheit in der uns der Strom in Rechnung gestellt wird. Umgekehrt gilt das genauso für die Erzeugung.
      Ein Staubsauger mit 1000 Watt = 1kW der genau eine Stunde läuft hat am Ende 1 Kilowattstunde verbraucht und bei einem Strompreis von 0,30 EUR pro Kilowattstunde uns um 30 cent erleichtert.
      Deshalb findest du bei Batterien in der Regel zwei Werte. Zum einen die Leistung in kW die die Batterie maximal abgeben oder aufnehmen kann und die Kapazität in kWh die besagt wie lange sie die Leistung abgeben kann.
      Ein 9 kWh Akku mit 3 kW Leistung könnte demnach 3 Stunden lang 3 kW Energie abgeben bis er leer ist. Verluste, Netto-/Bruttokapazität jetzt mal außen vor gelassen.

      Ich hoffe so lichtet sich ein bisschen der Dschungel mit den ganzen Werten und Fachbegriffen :)

      Und zu den genannten Anbietern würde ich noch die Firma Kostal in Rennen schicken. Deren System ist angeblich auch sehr Smarthome-freundlich. Aber in ca. 2 Wochen kann ich mehr dazu sagen, dann habe ich ein Testsystem da.
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    • Wow, danke Freestyler für die Erklärung, was es mit dem Strom und den Werte-Angaben auf sich hat. Habs zweimal lesen müssen, aber nun hab ich's zumindest grob Begriffen.

      Nur der Unterschied zwischen den Angaben Kilowatt, Kilowattstunde und Kilowatt pro Stunde kapier ich nicht ganz - ist das nicht irgendwie letztlich doch das Gleiche? Wenn ein Verbraucher mit z. B. 2 kW angegeben ist, dann verbraucht der doch pro Stunde eben diese 2 Kilowatt. Also 2 kW/h - oder eben 2 Kilowatt pro Stunde. Also letztlich alles das Gleiche. Oder hab ich da 'nen Denkfehler drin ...? :/
    • Django63 schrieb:

      Nur der Unterschied zwischen den Angaben Kilowatt, Kilowattstunde und Kilowatt pro Stunde kapier ich nicht ganz - ist das nicht irgendwie letztlich doch das Gleiche? Wenn ein Verbraucher mit z. B. 2 kW angegeben ist, dann verbraucht der doch pro Stunde eben diese 2 Kilowatt. Also 2 kW/h - oder eben 2 Kilowatt pro Stunde. Also letztlich alles das Gleiche. Oder hab ich da 'nen Denkfehler drin ...? :/
      Da ist für viele der Knackpunkt, habe ich am Anfang auch nicht richtig verstanden. Bis mir mal jemand gesagt hat, dass es einfach Mathematik ist. Die Einheit Watt bzw. Kilowatt beinhaltet schon eine Zeiteinheit, die Einheit Sekunden. Ich zitiere da einfach mal Wikipedia, weil ich das Beispiel recht anschaulich finde:

      "Ein Watt ist gleich der Leistung, um pro Sekunde eine mechanische Arbeit von einem Joule zu verrichten, also beispielsweise innerhalb einer Sekunde über die Strecke von einem Meter die Kraft von einem Newton aufzuwenden"

      In der Mathematik wird "/" als Zeichen für die Division gesehen und auch das Wort "pro" steht dort für die Division. Bei der Kilowattstunde handelt sich um ein Produkt, es werden die kW die pro Sekunde verbraucht oder erzeugt werden mit den Stunden multipliziert in denen die Energie verbraucht/erzeugt wird.

      Wir sprechen also bei dem Verbrauch von 2 kW für zwei Stunden von 2 kW x 2 Stunden = 4 kWh und nicht von 2 kW / 2 Stunden = 1 kW/h
      Die meisten Menschen rechnen automatisch die kWh richtig, sie multiplizieren. Sprechen aber dann oft von kW/h also Kilowatt pro Stunde, was leider auch häufig in der Presse falsch wiedergegeben wird.
      Solange man nur 1 Stunde betrachtet fällt der Unterschied in der Rechnung auch meist nicht auf. Interessant wird das immer erst wenn man sich größere Zahlen betrachtet, dann merkt man schnell, dass Divison der falsche weg ist.

      Noch ein Beispiel, du hast einen Akku mit 8 kWh Kapazität. Wenn man jetzt sagt das er 8 kW pro Stunde liefert ist das eben nicht ganz richtig, denn er würde, wenn er könnte, die 8kW genau 1 Stunde liefern, dann ist er leer.
      Dann fragt man sich zurecht, was will ich mit einem Akku der immer nach einer Stunde leer ist, da ist die Angabe pro Stunde ja blödsinn.
      Mein Auto beispielsweise fährt bei vollem 50 Liter Tank und 50 km/h ja auch mehrere Stunden. Beim Autovergleich merkt man dann schnell, hier stimmt was nicht. Da werden Äpfel (Liter) mit Birnen (km/h) verglichen.
      Da würde jeder direkt sagen, ohne den Verbrauch zu kennen ist die Aussage blödsinn.
      Genau das trifft auch beim 8kWh Akku zu, die sind das gleiche wie die 50 Liter im Tank.
      Und das ist der entscheidende Unterschied, die Angabe kWh Stunden ist eine Energiemenge wohingegen kW/h eine Leistung ist.

      Nebenbei gesagt hat 1 Liter Superbenzin ungefähr einen Energiegehalt von 8,4 kWh. Der 50 Liter Tank enthält also ca. 420 kWh Energie.
      Wenn man da genau drüber nachdenkt, was wir in unseren Verbrennerautos an Energiemengen durch die Gegend fahren und wie wenig davon am Ende auf der Straße ankommt, macht sehr deutlich wie ineffizient ein Verbrennungsmotor ist. Aber auch umgekehrt wie viel Energie komprimiert in einem Liter Superbenzin stecken und wie günstig die kWh an der Tankstelle im Vergleich zu der aus der Steckdose ist.
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