Ich letztes Jahr als Beifahrer bei TJ im 135i aufm Bilster Berg unterwegs. Kurvengeschwindigkeiten same same. Fahrgefühl dabei totally different. Da, wo der S2000 ein feines Sacknahtkribbeln provoziert... wo man denkt... "oh oh... oh...", da rollt der BMW stoisch drüber, als wäre nix.
Ich letztes Jahr als Beifahrer in nem neuen Boxster S Vorführer. Kurve bei meinem Elternhaus vor der Tür. Kurve hängt und hat glatten Asphalt. Wo der S sich rutschend anfühlt... ich denke: "oh oh oh, das ist forsch!"... der Boxster zieht stoisch durch, als wäre nix.
Beide Male sind die Kurvenspeeds vergleichbar. Das Gefühl jedoch ein völlig anderes. Was ist da los? Meine Sicht der Dinge: In den modernen Fahrzeugen verschwinden die Nuancen der Straßeneigenschaften in den Reifen, dem Fahrwerk, den Achslagern und der Lenkung irgendwo im Nirvana. Das ESP regelt prekäre Situationen glatt. Man kann mit den modernen Autos viel einfacher schnell fahren.
Das muss daran liegen, dass die Lenkung beim S spitz ist. Dass die Achsgeometrie keiner Großserie geschuldet ist, sondern auf eben jenen Fahrspaß hin entwickelt wurde. Dass die Buchsen und Fahrwerksteile straffer sind und mitteilsamer funktionieren. Vielleicht könnt ihr diese Überlegung noch weiter führen...
Soll nicht unerwähnt bleiben: OEM beim S2000 ist nicht Gold. Das kann man optimieren. Und wenn man das, wie heute üblich, über fünf Generationen optimiert hat, dann kommt da das Fahrgefühl eines modernen Langweilers bei raus.
Darum: Ich finde, dass der S subjektiv anstrengender und schwerer zu fahren ist, ist goldrichtig so. Warum? Weil man hier, genau bei diesen Momenten, den Fahrspaß bekommt, der einem bei den anderen, zudem deutlich teureren Autos, vorenthalten bleibt. Ich finde, der S serviert viel mehr Informationsflut, als ein normales, modernes Auto. Und mit den vielen Informationen klar zu kommen... nicht überfordert zu sein, sie zu nutzen lernen, sie auf die Spitze zu bringen... da bedarf es Können. Und Eier. Und Respekt. Und Verstand.
Das ganze passiert bei Nässe auch genauso, jedoch auf viel geringerem Geschwindigkeitsniveau. Fehler äußern sich drastischer. Und häufiger, weil man bei Nässe in die wirklichen Grenzbereiche sehr schnell hinein kommt, was bei Trockenheit aufgrund des sehr hohen Grundniveaus eher seltener ist, speziell wenn man eher vorsichtig ist.
Angst haben vor der langgezogenen Landstraßenkurve? Nein. Weil der S... weil MEIN S absolut nichts tut, was ich nicht irgendwie vorausahnen könnte. Überrascht wurde ich in den eher unaufmerksamen Momenten... wo man so dahin rollert. Nicht beim Hartgas, nicht im Gefecht... weil da sind meine Sinne extrem geschärft. Phasen geringer Konzenration sind tückisch. Fliegst Du beim Ballern ab, warst Du zuerst zu dämlich, weil zu schnell, und dann zu ungeschickt, das noch gerade zu biegen.
Angst haben vor der langgezogenen Landstraßenkurve? Ja. Wenn der Zufall bei Dir mitfährt. Wenn Du glaubst, geiler Macker zu sein... es aber vielleicht doch gar nicht so bist. Und glaubt mir... mit 25 dachte ich auch... "moah!" N scheiß! Großmaul und Poser? Sei ehrlich zu Dir! Dann... Angst haben vor der langgezogenen Landstraßenkurve? Ja, bitte!
Blödsinn?