Zitat
Original von v3nom
dass etwas Unerwartetes passiert
Das ist schön! 
Versuch mal, beim Fahren zu erdenken, was gleich passieren wird, in dem Manöver, dass Du gleich durchfahren wirst. Klingt komisch?
Achtung, jetzt wirds wild: 
Ich hab manchmal das Gefühl, dass ich mein Repertoire von Eingriffen in das Fahrzeug, also im Prinzip das Fahrkönnen, wie in einem Mapping im Gehirn abgelegt habe. Wenn ich da während der Fahrt gewisse Eingangsparameter reinwerfe (Fahrsituation, Popometer-Gefühl, gewünschte weitere Fahrtrichtung, Straßenbeschaffenheit, verfügbares Drehmoment, gleich notwendige Lenkwinkel), dann liefert das Mapping mir irgendwie entsprechende Ausgangsgrößen, also sinnvolle Kombinationen aus notweindigen Eingriffen in das Fahrzeug über Gas, Bremse, Kupplung, Lenkung.
Wenn man erst bei Eintreten eines Heckausbruchs das Mapping bemüht, also nur reagiert, statt zu agieren, und dann danach erst die notwendigen Maßnahmen ausführt, dann ist das manchmal nicht schnell genug. Man hat Streß und muss zaubern.
Ziel ists also, sein Mapping so sehr zu kennen und dann zu wissen, dass man gleich bestimmte Eingangsparameter haben wird, die dann bestimmte Eingriffe erfordern werden. Also VORHER schon mal bedacht zu haben, was gleich passieren wird.
In der Praxis sieht das an einem expliziten Beispiel z.B. so aus:
Du biegst nach rechts ab, zweiter Gang. Du erwartest, dass Du gleich beim Abbiegen durch zu viel Gas im Scheitelpunkt nen Heckausbruch erhalten wirst, weil die Straße vielleicht rutschiger ist, als man denkt. In dem Moment, wo Du das Gas ansetzt, gibst Du zeitgleich einen genau passenden leichten Gegenlenk-Impuls, der den dann natürlich dennoch erfolgenden Heckausbruch so sanft eintreten lässt, dass Du dann alle Zeit der Welt hast, das Übersteuern genüsslich auszuformen und zu agieren, statt zu reagieren.
Durch solch aktives Mitdenken und mit genug Erfahrung zu den Reaktionen des Autos zu einer gleich anstehenden Fahrsituation mit VORHER abwägen aller Eventualitäten wie z.B. "Straße könnte rutschiger sein als gedacht" lässt sich die Gefahr des Eintretens von "Unvorhersehbarem" stark minimieren.
Als Neuling auf einem Auto, dass einem nicht von selbst den Arsch rettet, muss man diese Erfahrungen erstmal sammeln und Routine darin erlangen. Und da hilft nur fahren fahren fahren und Situationen durchspielen... im Kleinen provozieren... sich anlernen...
Die richtigen Taten zur richtigen Zeit!
Kennt das noch jemand von Euch?
Oder ist das in Eurer Meinung nach Bullshit?