... das der Staat wohl so langsam abtickt?
Warum? Geile Story!
Als ich aus dem Urlaub kam, sichtete ich meine Post und fand ein Schreiben meiner Bank. Darin der Hinweis, dass sie sich erlaubt haben, 50 EUR Gebühren aus meinem einen Konto zu entnehmen. Gebühren zur Bearbeitung einer Zwangsvollstreckung. Hallo? Zwangsvollstreckung? Wasn da los?
Da man sonntags abends ja keinen anrufen kann, hab ich erstmal ins Online-Banking geschaut. In der Tat, dort hat meine Bank an das Finanzamt 136,45 EUR überweisen und eben noch zusätzlich die 50 EUR Gebühren eingezogen. Okaaaay... was ist da los? Ich habe bis dato keinerlei Post bekommen. Nichts.
Dem Betreff der Buchung auf dem Kontoauszug kann ich entnehmen... ahh... es geht um Kfz-Steuern, die einstmals für das zugehörende Kfz vom Konto meines Vaters eingezogen wurden.
Ich habe also am nächsten Morgen meine Bank angerufen und gefragt, was das für eine Vollstreckungssache ist, und welchen Ansprechparter bzw. Zeichen beim Finanzamt da zuständig ist. Meine Bank sagte dann, dass ich froh sein könne, dass ich dort als langer Kunde gut bekannt bin und sie somit davon abgesehen haben, meine Konten zu kündigen. Denn solche Kontopfändungen sind landläufig wohl Kündigungsgrund, führen aber mindestens dazu, dass man Onlinebanking und Geldautomaten nicht mehr zu besuchen braucht. Wer weiß, ob davon nicht auch noch was in der SchuFa landet.
Was war passiert?
Mein Vater ist kürzlich gestorben, sein Konto ist nun nicht mehr existent. Mein klarer Fehler: Ich habe im Trubel um Bestattung und Co. versäumt, dem FA die Kontoänderung mitzuteilen. So konnten sie diese Steuer nicht wie üblich einziehen.
Normalerweise würde ich erwarten, dass sie mich als Halter des Kfz anmahnen, wenn sie das Geld nicht wie sonst üblich einziehen konnten, weil Konto nicht mehr existent. So hätt eich noch die Chance gehabt, den Betrag schnell zu überweisen. Aber nein... es ist ja viel praktischer, in eines meiner Konten direkt hinein zu pfänden, um mit zusätzläichen Gebühren Sage und Schreibe 136,45 EUR zu erhalten. Ohne jede Information im Vorfeld.
Ich habe sogleich dann das Finanzamt angerufen. Sochces Vorgehen wäre bei der Kfz-Steuer inzwischen üblich. Ich solle froh sein, dass sie sich an meine Bank gewendet haben und nicht an meinen Arbeitgeber zwecks Lohnpfändung.
Rechtfertigung seitens des Finanzamtes:
Auf dem Kfz-Steuerbescheid stehen sowohl die Fälligkeitstermine und auf der Rückseite auch die Folgen, wenn man nicht fristgerecht bezahlt.
Alles schön und gut. Der Fehler lag klar bei mir. Die ergriffenen obendrein nicht nochmal explizit angedrohten Rechtsmittel empfinde ich schon ganz schön gruselig, das ist irgendwie echt manierenloses Geschäftsgebahren. Da scheinen so viele bei der Kfz-Steuer so unglaublich schlechte Zahlungsmoral zu haben, dass die da überhaupt nicht auch nur ein Schreiben Aufwand bereit sind zu leisten und gleich daruf los pfänden.
Da ist man doch erstmal echt sprachlos?!?
Ich habe jetzt für die Kfz-Steuern alle Einzugsermächtigungen nochmal geprüft und aktualisiert. Denn sonen Mist brauche ich echt nicht nochmal.
