Ohne die Aussentemp und die Dauer der Last usw. genau zu benennen ist das schwer, da ne zuverlässige Aussage zu geben. Selbst mit ist da noch so viel Spielraum drin. Und selbst die Ölsorte hat hier noch Einfluss! Einige meinen, sie sind sehr schnell bei über 130 Grad. Ich dagegen habe ähnliche Temp wie Oswald, und bei mir ist alles OEM.
Nochmal ein paar Werte aus meiner Beobachtung:
Sonntag beim ADAC-Sicherheitstraining bei 28Grad und kaum Fahrtwind,mit viel in der Gegend rum stehen und wartend: Irgednwas zwischen 95 und 100 Grad. Das deckte sich sehr mit Rolands Messwerten, der ebenfalls wie Oswald MichaB's Messmodul hat.
Bei relativ freier Autobahn und ca. 20 Grad Aussentemp und Vollgas wo immer es geht auf A7 Hamburg-->Hannover mit Speeds as fast as possible... also auch mal 260 ne Weile stehen lassen... meistens > 220... irgendwas zwischen 120 und 128 Grad. Hier meinte Roland, er hat sehr schnell deutlich mehr als 130 stehen. Konnte ich noch nicht beobachten. Das heißt nicht, dass ich die Aussage anzweifle.
Auf der Nordschleife war zuletzt im Juli bei normalen Sommertemperaturen ca. 118 Grad der Peak. Da ich das nicht ständig im Auge habe, mögen vllt. kurzzeitig auch mal paar Grad mehr stehen. Rundenzeiten übrigens irgendwo zwischen 9 und 9.30 BTG.
Es liegt die Vermutung nahe, dass meine Messung scheiße sein soll. Hab ich schon oft gehört. Glaub ich aber nicht so recht dran. Die Werte zwischen 90 und 110 Grad decken sich sehr mit denen anderer. Der Fehler wird systembedingt bei höherer temperatur etwas größer, aber sicher nicht so sehr, dass mir ganz plötzlich 10-15 Grad fehlen. Ich denke, man muss bei den Fehlern der Anzeigen um 5 Grad sicher nicht feilschen. Aber völlig entartet sind die Öltemps beim Serien-S eben auch nicht.
Zu dem Pipiring, Ringelschwanz, Schweineeimer und was auch immer... der OEM-Ölkühler... da bin ich nach wie vor der Meinung, dass das Teil mit einer guten Effizienz Öltemps ins Kühlwasser bringt (und beim Kaltstart natürlich auch umgekehrt). Die Aussage, man könne mit heißem Kühlwasser (90 Grad) kein Öl kühlen, ist nicht so ganz zu Ende gedacht. Es ist immer eine Frage des Temperaturunterschiedes der beiden Medien. Wenn das Kühlwasser 90 Grad hat, und das Öl vor der Kühlung 150 Grad, dann kommt da eben irgendwas zwischen den beiden Temperaturen raus. Wie stark der Wärmeübergang ausfällt, hängt von der Fließrichtung und der Gestaltung des Wärmetauschers ab.
Nachteil hat das OEM-Ding natürlichauch. Es ist ein Strömungswiderstand im Ölkreislauf und der kann Öldruck an der Schmierstelle rauben. Ein externer Kühler ja auch. Beide zusammen dann eben noch mehr. Zudem sagte Bernd, dass das Kühlwasser, welches die Wärme aus dem gekühlten Öl trägt, dann noch in den Motorblock an Zylinder 1 geschickt wird. Man senkt also den Wasserkühlungsgrad der Zylinder, dadurch dass das Kühlwasser bereits die Wärme des Öles trägt. Pest und Cholera? Not sucht Elend?
Spannend ist:
Es ist keiner bereit, den OEM-Kühler rauszuschmeißen UND DANN KEINEN externen Ölkühler zu instalieren, trotzdem wird gesagt, der OEM-Ölkühler kühlt ja gar nicht. Wenn der völlig nutzlos ist, dann schmeiße den doch mal jemand ersatzlos raus. Wenn das Ding so scheiße ist, weg damit. Ich kann es (völlig praxisfern wie immer) nicht empfehlen.
Nor nochmal zur Klarstellung, da dieses Thema schon so oft ätzend ausartete:
Ich habe hiermit nicht gesagt, dass ein ext. Ölkühler doof ist.
Ich habe hiermit nicht gesagt, dass man den OEM ausbauen soll.
Ich habe hiermit nicht gesagt, dass ich es blöd finde, den OEM auszubauen, wenn man einen externen Ölkühler installiert.
Und nochmal eine sinnvolle Frage zu dem Thema:
Es gibt doch eine spezielle S2000-Reihe für die heißen Wüstenregionen. Was hat denn Honda dort konstruktiv gemacht, damit der Wagen auch bei >50 Grad Aussentemp nicht stirbt?