Öl-Auswahl beim Honda S2000
Minimal müssen wir bei der Auswahl eines Motoröls für den S2000 folgende Dinge beachten:
1. Die Viskiosität
2. Das Grundöl
3. Die Qualitäts-Klassifikation nach API
Honda schreibt vor:
zu 1.:
10W-30 bei reinem Sommerbetrieb
5W-40 bei Sommer und Winterbetrieb
zu 2.:
Vollsynthetisches Öl ist zu verwenden
zu 3.:
Das Öl sollte mindestens die Klassifikation API SJ besitzen.
API SL und API SM übertreffen die Eigenschaften von API SJ und sind ebenfalls geeignet.
Für den Laien kann die Öl-Auswahl hier beendet werden. Man hält sich an die drei Punkte und hat ein Öl, das vermutlich völlig okay ist.
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Desweiteren können wir bei der Auswahl eines Motoröls für den S2000 folgende Dinge beachten:
4. Maximierung der Öl-Qualität
5. Die womöglich besonderen Anforderungen des S2000 an ein Öl
zu 4.: Maximierung der Öl-Qualität
Eines vorweg... wenn ein ausgewähltes vollsynthetisches Motoröl die API SJ erfüllt oder übertrifft, macht man wohl schon mal gar nichts falsch! Jedoch wollen viele, mir einschließlich, am liebsten das beste Produkt auswählen, damit der tolle Motor lange erhalten bleibt.
Da wir einer Ölflasche anhand der tollen API- oder ACEA-Klassifikation nicht ansehen können, wie viel besser das jeweilige Öl ist, bzw. wo die Vorteile eines Öles gegenüber einem anderen liegen, ist genau hier der Beginn der Öl-Orakelei.
Technische Datenblätter:
Ich habe diverse technische Datenblätter von Ölen gesichtet, man findet dort Kennzahlen, die man gegeneinander vergeichen kann. Damit erschließt man sich genaueres Wissen z.B. zur tatsächlichen Viskosität (denn 5W-40 ist nicht gleich 5W-40). Auch zur Fähigkeit, Säuren zu neutralisieren, was ein Maß für den Korrosionsschutz im Motor ist. Ich besitze jedoch nicht das Wissen, diese Dinge qualitativ zu bewerten. Leider. Die quantitative Bewertung gibt hier und da jedoch auch manchmal gewisse Aufschlüsse, die ein gesundes Bauchgefühl pflegen. Womöglich könnte ich auch den morgendlichen Kaffeesatz befragen. Öl-Orakelei. Es wäre toll, wenn jemand, der mehr Fachwissen bezüglich Viskositätsindex, Basenzahl, Flammpunkt, Stockpunkt, Asche-Anteil usw. hat, hier mal seinen Einstand gibt. Zur quantitativen Bewertung:
Je höher der Flammpunkt, desto besser.
Je niedriger der Stockpunkt, desto besser.
Je größer die Basenzahl, desto besser.
Je geringer der Asche-Anteil, desto besser.
Bitte korrigieren, falls nicht korrekt.
Additivierung:
Man kann keinerlei praktische Information zur Additivierung eines Öles finden. Alle versprechen HighTech-Öl. Vom feinsten. Übertrifft alle Normen. Jeder hat das beste Öl im Angebot. Nun... Marketing eben. Aber wonach kann man sich nun richten? Achtung: Wir sind hier im Bereich Öl-Orakelei! Mein Weg, beim auszuwählenden Öl auf Nummer sicher zu gehen besteht darin, ein echtes Markenprodukt zu kaufen.
Historie und Marken-Image:
Mobil1 war der Hersteller, der als erstes rein synthetische Öle erfand. Liest man im Internet quer, so sind sich viele Leute einig, dass die Top-Mobil1-Öle die höchstwertige und effizienteste Additivierung besitzen sollten. Man weiß es nicht. Man nimmt es an. Das muss auch nicht heißen, dass ein anderes Marken-Öl zwingend schlechter ist. Wer jedoch die Kür kaufen will, kauft wohl Mobil1. Wie gesagt... notwendig ist das nicht, aber wir wollen hier ja die Öl-Qualität per Orakelei maximieren. Achtung! Top-Mobil-1-Öle gibts in Deutschland nicht in 5W40, wie es der S2000 eigentlich bekommen sollte. Ebenfalls 10W30 ist nicht im Handel.
Insider-Wissen:
Es gibt Informationen, wonach die deutsche Firma Fuchs die Mobil1-Öle für den Vertrieb in Deutschland herstellt. Fuchs bietet ebenfalls unter eigenem Namen sehr hochwertige Öle an, wo nahe liegt, dass sie die gleiche, wertvolle Additivierung enthalten. Auch möglich, dass Mobil1 den Daumen auf der eigenen Additivierung hat. Man weiß es eben nicht genau. Derlei gibt es mehrere "Insider-Infos", deren Echtheit nicht vollständig geklärt ist. Vor dem Hintergrund, dass auch "einfachere" Markenöle schon mehr als ausreichend sind, kann man bei der Wahl eines anderen Markenöls nicht allzu viel falsch machen. Nun will ich hier nicht nur Mobil1 vergöttern, folgt also eine Liste der am häufigsten empfohlenen Öle.
Im Forum werden/wurden folgende Öle für den S2000 oft genannt:
- Megol Super Leichtlauf 5W-40 (vollsynth.)
- LiquiMoly SynthOil HighTech 5W-40
- Valvoline SynPower 5W-40
- Fuchs SuperSyn Plus 5W-40
(Reihenfolge beliebig gewählt)
Hierzu kann man folgende Webseiten sichten:
- http://www.oilportal.de
- http://www.oelwelt24.de
- http://www.lightforcer.de
Beachten:
1. Megol Super Leichtlauf 5W-40 (vollsynth.) und LiquiMoly SynthOil HighTech 5W-40 sind die selbe Suppe, nur in einer anderen Verpackung. Das Megol ist billiger.
2. Angeblich sollen sollen nur die Mobil1-Öle so gut sein. Die anderen Öle unter dem Namen Mobil sind wohl nur von durchschnittlicher Qualität.
Und generell:
Für 8.00 EUR/Liter bekommt man feinste Suppe, wenn man geschickt einkauft.
Wer mehr als 10 EUR/Liter bezahlt, hat zu viel bezahlt.
Weiter im Text...
zu 5.: Besonderen Anforderungen des S2000 an ein Öl
Ich will mich zu diesem Punkt kurz fassen. Was schwer sein dürfte! Voweg: Ich gebe hier Meinungstendenzen aus Diskussionen im Forum wieder, and deren Recherche ich wenigstens theoretisch nicht ganz unbeteiligt war. Dennoch bleiben es Meinungen. Die ganze Öldiskussion ist in dem Bereich, den wir hier behandeln basierend auf Meinungen, nicht auf harten Fakten.
Beim S2000 sind einige Motoren am Pleuelbruch gestorben. Dies war anscheinend Hauptsächlich aufgrund von Schmiermittel-Unterversorgung am Kolbenbolzen. Dies kann mehrere Ursachen haben. Für die Ölwahl primär interessant ist die Sorge, dass ein bei hohen Temperaturen zu zähes Öl das Gleitlager zwischen Kolbenbolzen und Kolben bzw. Kolbenbolzen und Pleuel nicht ausreichend zu schmieren vermochte und es damit dann nach und nach zur Schädigung des Pleuels kam. Das sind Mutmaßungen. Gestützt wird das in meinen Augen dadurch, dass Honda als erstes die Viskosität 10W-30 vorgibt. Für den Fall, dass man im Winter unterwegs ist, ist 5W-40 einzufüllen. Daraus kann man eine Tendenz ablesen. Lieber bei Betriebstemperatur ein flüssigeres Öl, als ein festeres. Honda habt die Kolbenboden-Ölversorgung im Jahr 2000 optimiert (Öldüsen-Update). Warum? Eben um genau da an dieser Stelle mehr Öl hin zu bekommen. Ein flüssigeres Öl kann den Kolbenbolzen besser schmieren, da es dort ohne Öldruck eingebracht werden muss. Daraus leitet sich ab, dass Öle xxW-50 oder xxW-60 nicht zu bevorzugen sind. Diese Aussage ist recht pauschal formuliert, dennoch aber grundsätzlich haltbar, denke ich. Honda empfiehtl ja selbst primär ein 30er-Öl im deutschen Sommer. Nicht wenige modernere Autos als der S2000 fahren ab Werk mit 0W30. Dennoch werden Stimmen laut, dass eine 50er oder 60er Viskosität im Dauerlastfall Vorteile/Sicherheit bringt. Ein fakt, den es im Forum derzeit noch weiter zu beleuchten gilt, wie ich finde. Schlussendlich ist nicht bekannt, welche Öle bei den gestorbenen Motoren im Einsatz waren. Es muss ja auch nicht immer genau am selben Grund gelegen haben. Aber allein die Möglichkeit, dass es am Öl gelegen haben könnte, reicht in meinen Augen, um dem ein wenig Beachtung zu schenken.
Desweiteren gab es mehrere Fälle, bei denen der Ölverbrauch plötzlich stark anstieg. Mehr als 1L/1000km ist bedenklich. In diesen Fällen wares durch Verkokung (Kohlebildung durch verbrennendes, thermisch überbeanspruchtes Öl) Kolbenringe, bzw. Ölabstreifring festgebrannt. Das Öl kann dann am Kolben vorbei in den Brennraum gelangen und wird verbrannt.
Um solche Verkokungen zu vermeiden, sollte man primär auf die Vermeidung sehr hoher Öltemperaturen nachdenken. Stichwort Ölkühler.
Bei der Auswahl seines Öles sollte man hierfür Wert auf größtmögliche Reinigunswirkung, also pauschal auf bestmögliche Additivierung legen. Was uns wieder zu den hochwertigen Markenölen bringt. Nach Hörensagen stellen diese Öle ein Optimum dar. Wenn nicht die absoluten Top-Öle... welche denn dann?
Stichwort-Billig-Öl:
Es ist naheliegend, dass als Billigöl verkaufte Öle ihren Preisvorteil aus einer geringerwertigen Additivierung ziehen. In der Herstellung ist es leicht, das selbe Grundöl mit anderen Zusätzen zu versehen... eben für den Premium-Markt und für den LowBudget-Markt. Auch nur auf die Gefahr hin, dass Öle aus dem Baumarkt schlechter sein könnten, lohnt es sich doch, die Marke zu kaufen, wo sie doch nicht teuer sein muss.
Ich erinnere nochmal... dies sind Ratschläge für die Kür. Der handelsübliche "Fachmann" sagt, dass man sowas alles nicht beachten muss.
Ich sage... man kann gewisse Dinge durchaus beachten, denn das kostet wenig Mühe und vielleicht hat man am Ende doch noch was mit erreicht. Allein die Chance darauf, ist es doch schon wert.
Und da Top-Öle nicht mehr als 8 EUR kosten müssen... wieso also nicht?