naja, war schon hardcore das und ohne Unterstützung vom Tierheim dort hätte es nicht geklappt.
Hier die gesamte story (Achtung, viele Buchstaben....):
Letztes Jahr im Oktober sind wir nach Kos geflogen um dort ne Woche auszuspannen. Leider war das Hotel mies, die Lokale schlecht und die Läden voller fake-Klamotten, üüüübelst!! Dann fing es auch noch an zu regnen und zu stürmen, es war einfach nur zum Eimern! Würg! Wir haben uns vor lauter Frust einen Mietwagen (völlig überteuert - is klar) vom Hotel aus gemietet, da der Strand ja für uns wegen des bescheidenen Wetters als Alternative ausschied. So sind wir wenigstens durch die Gegend gefahren, in der Hoffnung, die Insel sei irgendwo doch noch schön. Aber Fehlanzeige! Merke: niiiiemals nach Kos gehen! So kam's dass wir blind drauf los gefahren sind und eine Strasse genommen haben, die sich immer weiter quer durch die Pampa schlängelte. Irgendwann waren wir dann ziemlich JWD und vor uns lag eine riesige Müllkippe. Ergo: Wenden und tschüss. Kaum wieder losgefahren, höre ich Iris sagen: "Ochgott, haste das da eben gesehen"? Ich: "Nee, was denn"? Sie: "Da saß eben so eine arme Kreatur angekettet und hat mich mit ganz traurigen Augen angeguckt". Ich hab noch versucht, im Rückspiegel was zu erkennen, aber ich hab nichts gesehen. Gegen später am Supermarkt sahen wir eine von diesen Futterboxen stehen, in die man Futterdosen reinwerfen kann, die man dann auf diesem Wege dem Tierheim zukommen lässt. Darüber war die Telefonnummer vom Tierheim und ein Hinweis auf die schlimmen Zustände (schnief!) auf Kos. Wir notierten mal die Nummer. In der Nacht ging’s dann los: Iris: "Ich kann nicht schlafen, muss immer an den armen Hund denken". Draußen schiffte und stürmt es wie verrückt. Ich sagte: "Ok, morgen fahr 'ich zum Supermarkt und kauf' 'ne Dose Futter und dann fahren wir hoch zu dem kleinen Kerl und geben ihm das." Gesagt getan. Iris wollte aber nicht mit, sie sagte, den Anblick ertrüge sie nicht noch mal. Ich zog also los und fuhr zur Mülldeponie, fand den Kerl aber nicht. Drehte um und fuhr ein Stück zurück. Nix. Wieder gedreht und noch mal hin. Erst dann sah ich ihn. Er saß reglos da und schaute zum Auto. Angekettet. Der Wassernapf, der bei ihm stand, war voller brauner Dreckbrühe und cleverer Weise zu weit weg von ihm; die Kette hinderte ihn daran, daraus zu trinken. Ich stieg aus und sprach ihn an: "Na Du kleiner Kerl". Er drehte seinen Kopf und saß immer noch ganz still, fixierte mich. Er war rabenschwarz, dreckig, hatte ca. 16 kg und war ein bisschen kleiner als unser Jim, hatte aber riesengroße Füße. Er war total abgemagert. Ich ging zu ihm hin und da plötzlich legte er plötzlich los. Er freute sich wie bekloppt und ich hockte mich vor ihm hin. Überall war der Boden schlammig, denn es hatte ja so geregnet. Er stürzte sich auf mich, wie er es übrigens heute immer noch tut, wenn er mich begrüßt, und schlang seine Vorderläufe um mich als wolle er mich umarmen und saß mir fast auf dem Schoss. Da er total verdreckt war, sah ich im nu aus wie ein „Swin“ voller Matsch, aber das war mir in diesem Moment egal. Ich knuddelte ihn und sah ihn mir genauer an. Er hatte leicht mandelförmige Augen und im Verhältnis zu seinem abgemagerten Körper schienen die Pfoten und der Kopf viel zu groß geraten. Er war eine Welpe, ich konnte aber nicht genau sagen, wie alt er wohl sein mochte, schätzte ihn aber auf ca. 6 Monate. Und er war ein ganz lieber Hund, schien trotz der vielen Zecken gesund und überhaupt nicht link oder irgendwie bissig. Ich öffnete die Hundedose und kippte das Futter auf einen Blechdeckel, der in der Nähe rumlag. Der kleine Kerl zog sich das Fressen quasi auf ex innerhalb von Sekunden rein. Ich war erschüttert und trotzdem irgendwie froh, dass er wenigstens heute satt werden würde. Ich blieb noch ein wenig bei ihm und fuhr dann zu Iris zurück und berichtete ihr. Am nächsten Tag gingen wir wieder zum Supermarkt und kauften 6 Dosen Futter, fuhren zu ihm, gaben ihm eine Dose und stapelten die restlichen Dosen übereinander in der Nähe, so dass wenn jemand vorbeikommen würde, diese ihm auffallen würden und man sie ihm geben könne. Iris liebte ihn vom ersten Moment an. Und er tat ihr leid. Mir auch (schnief!!). Am nächsten Morgen fuhr ich alleine wieder hin. Die Dosen waren weg und der Hund flippte aus, als er mich sah. Ich knuddelte ihn wieder und jedes Mal fiel es schwerer, ihn dort zurückzulassen und wieder zum Hotel zu fahren. Der arme Kerl!! Iris war täglich am heulen und es ging dauernd nur noch um den Hund. Draußen schiffte es und wir schlugen die Zeit mit Kreuzworträtseln tot. Was für ein mieser Urlaub. Wir simsten nach hause, dass wir einen Hund hier gefunden haben, der uns unendlich leid tut. Prompt kam die sms zurück: Bitte keinen Hund mitbringen, sonst ist hier einer furchtbar traurig.
Unser letzter Abend war schließlich gekommenen und wir hatten noch ca. 5 Std. bis zum Rückflug. Wir saßen unten am Strand in einer Kneipe und aßen noch ’nen Bissen (Murphy's law: das Wetter wurde besser). Es schmeckte nicht wirklich. Plötzlich liefen Iris wortlos Tränen unter der Sonnenbrille über die Wangen und ich fragte sie: "Mensch, was sollen wir denn bloß machen?" Sie war auch ratlos. Ich sagte: "Hier ist der Plan: wir fahren jetzt zum Hotel und rufen das Tierheim an. Dann sagen wir denen, dass da ein Hund ist, der offensichtlich keinem wirklich gehört und er dort fast verhungert und verdurstet. Sie sollen halt mal hochfahren und sich das anschauen." Also fuhren wir los. Im Hotel rief ich das Tierheim an. Anrufbeantworter. Dort hinterließ ich auf englisch unseren Namen und Tel.-Nr. vom Hotel, dachte aber schon, ohjeh, die Griechen kriegen das bestimmt nicht gebacken
mit einem Rückruf. Dann sagte ich zu Iris, ich fahre jetzt nochmals hoch zum Hund und schaue, ob da vielleicht doch jemand ist. Dann versuche ich zumindest eine Adresse heraus zu bekommen, damit die Leute vom Tierschutz ihn auch später finden würden. Gesagt getan. Kaum war ich beim Hund angekommen, bimmelte mein Handy. Iris war dran. "Juha, nimmt ihn mit! Das Tierheim sagt, wenn er JWD angekettet ist, gehört er nach griechischem Recht niemandem und er ist dort zum Sterben ausgesetzt worden." SCHLUCK! " Der Typ vom Tierheim kommt mit getürkten Papieren und einer Box in 2 Std. zum Flughafen". Da stand ich nun und sah mir selbst dabei zu, wie ich das Würschtel abnabelte, und ihn in den Kofferraum unseres (nagelneuen) Miet-Twingos steckte. Vorher holte ich noch ne Folie von der Müllkippe und legte diese in den Kofferraum. Klappe zu, Hund drin, mit Vollgas zurück zum Hotel. Mir schlug das Herz bis zum Hals und ich hörte mich echt laut sagen: "Ich kann's nicht glauben, ich klaue grad einen Hund" und sah mich schon in einem griechischen Knast.