Was ich bei meiner Theorie nicht berücksichtigt habe ist die Luftführung im Deckel der Airbox, diese strömt ja den Luftfilter direkt an. Allerdings macht dadurch das Entfernen der Trennwand noch weniger Sinn. Die Lücke Zwischen dem Lufteinlass der Airbox und der Luftführung im Deckel sorgt dafür, dass grössere Schmutzpartikel oder Insekten nicht in die Luftführung und damit nicht in den Luftfilter gelangen, sondern in den Bereich vor der Trennwand fallen.
Bei Mugen verhält es sich ähnlich wie bei Spoon, das System ist für den Rennsport optimiert. Aufgrund des geringeren Volumens in der Box ist die Luftsäule kleiner und gerät damit wahrscheinlich weniger in Schwingung was einen Resonator überflüssg macht - das ist allerdings nur eine Vermutung.
Honda Airboxsysteme funktionieren ja gewöhnlich so, dass diese die benötigte Luft im System bereitstellen, das heisst wenn man vom Teil- in den Volllastbereich wechselt muss die Luft nicht erst angesaugt werden, sondern steht bereits zur Verfügung. Ich gehe davon aus, dass auch die S2000-Airbox so konzipiert ist (dafür spricht das grosse Volumen). Bei der B-Serie sieht man das sehr gut, das System vom B18 im Integra Type-R hat ein grösseres Volumen als das vom kleineren B16, der leistungssärkere Motor mit grösserem Hubraum braucht beim Wechsel von Teil- zu Volllast mehr Luft, was das grössere Airboxsystem berücksichtigt. Der S2000-Motor, der noch einmal mehr Leistung und Hubraum hat, benötigt dementsprechen noch mehr Luft, also ein noch einmal grösseres System. Anders als beim Integra ist aber kein externer Resonator vor dem Vorderrad vorgesehen, sondern die Airbox ist das komplette System. Ebenfalls ein wesentlicher Unterschied zum Integra ist die Öffnung der Box in Fahrtrichtung (beim Integra oder auch bei K20-Fahrzeugen wie dem EP3 oder FN2 gibt es so etwas nicht, die Luft wird da unter dem Fahrzeug angesaugt).
Ich sehe das daher so, dass eine Optimierung im Bereich des Lufteinlasses der Airbox erfolgen sollte, also die Öffnung in Fahrtrichtung optimiert werden muss. Statt durch den originalen Trichter zwischen Stossstange und Motorhaube, wird durch den Spoon-Schnorchel die Luft direkt im Fahrtwind in der Öffnung der Stossstange gesammelt. Das Airboxsystem als solches, also das Volumen, bedarf meiner Meinung nach keiner Optimierung, daher lasse ich es wie es ist. So ist die Bereitstellung der verfügbaren Luft sicher gestellt, Nachteile sehe ich darin nicht.
Betrachtet man Aussagen von US-Tunern, welche verschiedene Airboxsyseme verglichen haben, wird da die Verbesserung der Leistung auf dem Prüfstand ermittelt. Das ist allerdings eine Volllastmessung und sagt nichts über Lastwechsel aus. Es werden zwar Aussagen zum Ansprechverhalten gemacht, diese betreffen aber den Ramaireffekt, beziehen sich also auf das Fahren bei höheren Geschwindigkeiten - diesen Effekt hat man auch mit dem Spoon-Schnorchel. Abgesehen davon, stehe ich den Resultaten ohnehin skeptisch gegenüber, da teilweise ein Leistungszuwachs von über 10PS angegeben wird, was ich nicht realistisch finde.
Eine weitere Schwachstelle ist der relativ flexible Verbindungsschlauch zwischen Box und Ansaugbrücke, dieser zieht sich unter Volllast leicht zusammen und beeinflusst dadurch den Luftstrom suboptimal. Samco bietet einen härteren Verbindungsschlauch an, welcher dem vorbeugt, also ein Punkt der optimiert werden kann. Möglich ist allerdings auch, dass dieses Zusammenziehen von den Honda-Ingenieuren so gewollt ist, weil so eine Art Venturi-Effekt erzeugt wird, also die leichte Verengung den Luftstrom beschleunigt.
Der dritte verbesserungsfähige Punkt ist der Luftfilter, welcher durch den Ersatz eines Filters mit einem höheren Durchsatz (eben z.B. von K&N, Spoon etc.) verbessert wird.
Die Drosselklappe/Ansaugbrücke ist dann noch einmal eine andere Geschichte, da gibt es auch noch Punkte die verbessert werden können. 