Beiträge von Agent Orange

    Ich habe Bernd über den Hamburger S2000-Stammtisch kennen und schätzen lernen dürfen. Er hatte nicht nur das Herz am rechten Fleck, sondern war von seiner ganzen Art und seinem Humor sehr sympathisch. Sein Wort hatte Gewicht und seine Argumente immer Substanz. Auf ihn war Verlass.

    Die S2000-Szene verliert nicht nur einen unheimlich sympathischen, tollen Menschen, sondern auch einen absoluten Experten, der aufgrund seiner fast schon einmaligen beruflichen Qualifikation und Laufbahn wie kein Zweiter im Thema S2000 drin war.

    Ich bin geschockt und tief betroffen. Meine aufrichtige Anteilnahme gilt seinen Angehörigen.

    Bernd war einer von uns und wird immer einer von uns bleiben.

    Alex

    Moinsen!

    Heute vor 10 Jahren habe ich meinen S zugelassen und dann als Neuwagen vom Händler abgeholt.

    Meine Reparaturbilanz bisher: 2 Glühbirnen, einen Satz Bremsklötze vorne, einen Satz Reifen. Ansonsten ist außer Inspektionen nichts gewesen. Der Kleine übernachtet derzeit noch in seinem Winterlager, aber zum 01.04. kommt er wieder ganz groß raus.

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    Live aus dem Winterlager:

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    Vielleicht schaffe ich nächstes Jahr auch ein paar KM mehr. 2016 waren es nur etwa 2.200 KM... =O

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    Was mir dabei auffällt: Länge ca. 4,5 m ist fast so lang wie mein Accord Kombi (4,7 m).

    Bei der Motoren- und Preispolitik scheint Honda beim Civic in die gleiche Kerbe zu schlagen wie beim Jazz: Wenige Motoren (beim Jazz nur einen!), dafür gleich stärkere Maschinen, die aber teurer sind und damit den Einstandspreis hochtreiben.

    Um beim Beispiel Jazz zu bleiben: Der kostet Liste als Basismodell 15.900,- €. Wenn ich jetzt einen Kleinwagen suchen würde, möglichst günstig, da würde mich so ein Ford Fiesta mit Tageszulassung für unter 10k eher anlachen. Der hat dann vielleicht nur 60 PS statt wie der Jazz 100, hat keine Sitzheizung, Klimaanlage, keine 4 Türen, keine 4 Fensterheber usw.. Aber in der Kleinwagenklasse brauchen das viele auch nicht. Die wollen ein günstiges Auto fahren, und dafür fehlt beim Jazz einfach ein günstiges Einstiegsmodell mit kleinerer Maschine und abgespeckter Ausstattung. Es fahren gefühlt selbst 1,5 Jahre nach Markteinführung immer noch seeeehr wenig neue Jazz durch die Gegend hier.

    Beim Civic scheint das dann auch so zu sein. Wenn der 4-Zylinder bei 28.000 € startet... das wird dann denke ich nichts. Wer nicht Fan der Marke ist, wird für das Geld woanders fündig, zumal die Koreaner und Mazda beim Design gut aufgeholt, wenn nicht sogar überholt haben.

    Beim Vorvorgänger gab es doch eine abgespeckte 1,4 Liter Version mit 100 PS für 16.000,- € wenn ich mich richtig erinnere. Das war strategisch clever gemacht, um Oma Murke die nur zum Supermarkt und zurück fährt als Kundin einzufangen. Hier beim neuen Modell gibts sowas nicht. Und wer möchte schon einen Dreizylinder fahren? Na ich bin ja mal gespannt.

    Alex

    Meine laienhafte Meinung: Bei zuviel Additiven sinkt die Leistung, da der Energiegehalt im Sprit geringer ist.

    Wenn der Motor nicht auf die Oktanzahl ausgelegt ist, so wie bei uns (max. 98 Oktan), hat man durch die höhere Oktanzahl keinen Leistungsgewinn und durch den größeren Anteil an Additiven eher eine Minderleistung.

    Also mehr bezahlen für weniger Leistung.

    Ausnahme: Die S2000 für den japanischen Markt. Die sind auf mehr Oktan (102?) ausgelegt und deswegen auch mit 250 PS angegeben.

    Alex 8)

    Da ich noch keine der oben genannten Modelle gefahren bin, mich aber in der Klassikszene ein klein wenig auskenne, hier meine Gedanken dazu:

    Beim 944er und 968er sehe ich die Erstauteilversorgung entspannter. Beim S2000 gibt es bereits jetzt keine ganzen Austauschmotoren mehr, sondern nur noch (mit Betonung auf "noch") Motoren in Einzelteilen, bis das Lager demnächst leer ist. Schlachtfahrzeuge sind selten.

    Beim 996 kannst Du, wenn es kein GT3 ist, davon ausgehen, daß die erste Maschine nicht sehr lange halten wird. Daher bekommt man ihn auch recht preiswert. Wasserkühlung und Boxsteroptik vorne sind für viele Puristen auch nicht so reizvoll. Innen könnten die Materialien auch etwas hochwertiger sein. Man merkt, daß Porsche damals sparen mußte.

    Wenn man vor 5 Jahren noch mit einem 993 eingestiegen wäre, hätte man vom Wert her aus heutiger Sicht einen guten Schnitt gemacht. Ich bezweifel, daß der 996 in den kommenden 10 Jahren eine ähnliche Wertentwicklung durchmachen wird.

    Wenn Du in Richtung Oldtimerei denkst und deine Fahrzeuge in Zukunft auch bei Oldtimerrallyes einsetzen möchtest, bist Du mit Porsche (oder noch schlimmer Mercedes) einer von vielen. Es besteht bei begrenzter Teilnehmerzahl bei einigen Herstellern ein Überangebot. Mit einem sehr seltenen S2000 gehe ich aber davon aus, daß Du mit einem solchen Exoten gerne im Starterfeld aufgenommen wirst.

    Weiterer angenehmer Punkt beim S2000: Du fliegst damit unterhalb des Neid-Radars. Die Reaktionen auf den S sind andere als bei BMW oder Porsche. Viele können den S nicht einordnen, wobei Kenner mit der Zunge schnalzen. Die unterschiedlichen Reaktionen von Passanten habe ich selber schon live erlebt, als ich mit der BMW-Truppe unterwegs war. Mit einem S2000 hast Du einen sympathischen Exoten.

    Honda tut leider nicht viel für seine Oldtimer. Bei Porsche gibts eine eigene Abteilung für die Ersatzteile historischer Fahrzeuge, ebenso wie bei BMW. Bei Honda leider nicht. Daher sehe ich die langfristige Ersatzteilversorgung als ehestes Manko beim S2000 an.

    Ich hätte mir damals auch einen Boxster oder Z3 oder Z4 kaufen können, aber die haben mich nicht so gereizt. Das sind gute Autos, aber auch Massenware. In Hamburg steht an jeder Ecke einer.

    Der S2000 hat ein einzigartiges Motorenkonzept und damit ein Alleinstellungsmerkmal. Nicht nur in seiner Klasse, sondern überhaupt für seine Produktionsdauer und auch darüber hinaus. Ein Fahrzeug mit einem solchen Motor wird es in Zukunft wegen Abgasvorschriften etc. nicht mehr geben. Der legendäre Motor wurde beim S2000 in eine wunderschöne Hülle gesteckt. Ich finde das Design einfach nur hammermäßig.

    Auch innen mit dem Drehzahlmesser wie damals in der Formel 1. Das ganze wurde außerdem mit einer derart hohen Verarbeitungsqualität mit hohem Handarbeitsanteil zusammengebaut, daß ich mich heute noch frage, wie Honda es geschafft hat das ganze Paket so günstig anzubieten und auch noch Gewinn damit zu machen.

    Ein weiterer Punkt der für den S2000 spricht ist die Sonderstellung, die er innerhalb der Modellpalette hat. Der erste Frontmotor-Honda mit Heckantrieb seit jahrzehnten, das ganze entwickelt zum 60jährigem Firmenjubiläum von Ingenieuren, die ihr Knowhow aus dem Rennsport in den S2000 einfließen lassen haben.

    Der S2000 ist vom Fahrgefühl nicht "glatt", sondern hat Ecken und Kanten. Heute nennt man sowas Charakter, den andere Fahrzeuge so nicht mehr haben, es sei denn, man greift gleich ganz hoch ins Regal. Aber in seiner Klasse war der S2000 schon immer ein Fahrzeug mit eigenem, unverwechselbaren Charakter. Mit "Ecken und Kanten" gewinnst Du keinen Vergleichstest in der AutoMotorSport, aber die Herzen.

    Das ist so das, was mir eben auf die schnelle zum Thema einfällt.

    Auch ich würde sagen: Mache eine Probefahrt, aber auch in seinem Revier, der kurvigen Landstraße. Auf der Autobahn oder nur in der Stadt wirst Du das Spaßpotential nicht erfahren können. Danach würde ich dann entscheiden.

    Alex :)