Damit sollte die Diskussion schnell ein Ende finden...
der Garantie-Punkt (ganz unten) ist der Grund warum einige Reifenfuzzis es ablehnen können einen Reifen zu flicken.
Das ist alles.
Quelle:
Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.
Pneu Service eG, Franz-Lohe-Str. 19, 53129 Bonn,
Tel.: BRV: 0228-289 94 70, Pneu Service eG: 0228-289 94 80
Reifenreparatur
Wer hat sich nicht schon einmal über einen platten Reifen ärgern müssen. Ob Scherben oder Nägel – schnell ist ein Loch im Reifen und das bedeutet für viele, dass ein neuer Reifen her muss. Denn oftmals wird einfach nur ausgetauscht. Alter Reifen runter und gleich zwei neue Reifen auf die Achse drauf. Auf jeder Achse müssen sich nämlich, so der Gesetzgeber, gleichwertige Reifen befinden. Und dann wird’s meistens teuer!
Dabei geht alles auch viel billiger.
Sehr oft sind Löcher in den Autoreifen nichts wirklich Schlimmes. Grundsätzlich ist jeder Reifen zu reparieren. Es gibt aber eine Richtlinie, in der festgehalten ist, welche Schäden überhaupt repariert werden dürfen. Der typische Schaden am Reifen ist der so genannte Einfahrschaden - wenn also beispielsweise ein Nagel durch die Lauffläche gedrungen ist und die Luft langsam entweicht. Diese Beschädigungen machen weit mehr als 90 Prozent der Reifenschäden aus. Sie dürfen bei einem Pkw repariert werden, wenn ihr Durchmesser nicht größer als sechs Millimeter ist. Die Kosten für die einfache Schnellreparatur liegen bei 15 bis 25 Euro. Im Vergleich dazu müssen für zwei neue Reifen etwa 160 Euro und mehr gezahlt werden. Das ist eine Ersparnis von 400%!
Die typische Schnellreparatur eines Autoreifens wirkt auf den ersten Blick einfach, kann aber nur von einem geschulten Vulkaniseur-Meister vorgenommen werden. Es gibt Reifenhändler, die dazu fachlich nicht in der Lage sind. Der Meister darf sich auch nicht mit seinem einmal erworbenen Wissensstand begnügen, sondern muss regelmäßig an Schulungen teilnehmen. Die Reparatur an sich ist unkritisch, wenn sie fachgerecht ausgeführt wird.
Der erste Abschnitt der Arbeit besteht darin, den Reifen von der Felge zu nehmen, um den Schaden auch an der Innenseite zu begutachten. Man erkennt ungeschulte Leute daran, dass sie meinen, einen Autoreifen flicken zu können, ohne ihn von der Felge zu nehmen: Alle Reparaturen, die von außen durchgeführt werden, sind gefährlich. Die Diagnose der Innenseite ist schon der Beginn der Reparatur. Dabei wird kontrolliert, wie stark die Stahlfäden im Reifen beschädigt sind. Kann repariert werden, wird der Stichkanal des eingefahrenen Gegenstands gesäubert. Dann kommt der pilzförmige Reparatur-Pfropfen zum Einsatz. Aus dem Ende des Stiels ragt ein dünner Metallstift, an dem er durch das Loch gezogen wird. Danach liegt der breite Kopf des Pilzes an der Innenseite des Reifens an. Außen wird der überstehende Teil entfernt. Zum Schluss wird vulkanisiert, so dass Reifen und Reparatur-Pilz eine dichte Verbindung eingehen. Das alles dauert gerade mal 15 bis 20 Minuten.
Stark begrenzt sind aus Sicherheitsgründen die erlaubten Ausbesserungsmöglichkeiten an anderen Stellen des Reifens - das gilt vor allem für den Wulst, also jenen Bereich, mit dem der Reifen an der Felge sitzt. Auch eine Reparatur an der Reifenflanke ist schon kritisch. Problematisch sind auch Ausbesserungsarbeiten an der so genannten Schulter des Reifens. Das ist der Bereich, an dem die Seitenwand des Reifens in die Lauffläche übergeht. Hier treten die höchsten Belastungen auf.
Ist der Reifen einmal repariert, ist er nach Aussagen von Experten genauso einsatzfähig wie vor der Beschädigung. Unterschiede gibt es aber je nach Reifenmarke - einige Hersteller schränken die Freigabe einzelner Reparaturmöglichkeiten ein. Und dann ist da noch das Thema Garantie: Die gibt der Reifenhersteller nach einer solchen Ausbesserung nicht mehr! Wer die Reparatur durchführt, muss auch die Garantie dafür übernehmen.
Eine Liste der Betriebe, die Ihre Reifen professionell reparieren können, gibt es auf der Homepage des Bundesverbandes Reifenhandel: http://www.bundesverband-reifenhandel.de/