Zitat
Original von Flash
Kannst du mir mal sagen warum du lachst und mir erklären was du gegen den Golf R hast.
Irgendwie gern... irgendwie aber auch nicht... weil bashing ja oftmals keinen Anklang findet. Aber nun denn...
Eins vorweg:
Ich habe definitiv eine Anti-VW-Brille auf. Und das richtet sich allein gegen den heutigen VW-Konzern. Als VW noch in der Zeit vor Piech und Lopez steckte, als noch an jedem Detail gefeilt wurde, bis es ausgereift und zuverlässig war, da war VW noch toll. Heute? Geh mir weg damit.
Ich soll etwas ausholen?
Ich wohne in einer Region, wo gefühlt 80% der Menschen bei VW oder VW-nahen Firmen arbeiten. Ebenso viele fahren auch VW hier, oder eben Audi, wenn man etwas mehr darstellen mag. Ich selbst hatte vor dem S auch nen Golf 4. ALLES, was für mich "VW" bedeutet, spricht für mich heute dagegen, diesen Konzern zu unterstützen. Es ist aber auch völlig egal, wohin ich mit der Nadel steche... nichts ist gut.
1.
Das beginnt bei der Art und Weise, wie sie Zulieferer beuteln.
2.
Das wird fortgesetzt von der Art und Weise, wie Sie Dienstleister/Handwerker piesacken mit verzögerten Zahlungen in die Insolvenz treiben.
3.
Das wird weiterhin fortgesetzt bei der Art und Weise, wie sie Autos auf den Markt brachten und sicher auch noch bringen. Der Kunde ist Testfahrer. Und solange es vertretbar ist, darf er auch munter bei Reparaturen mitzahlen.
4.
Teile müssen (siehe Punkt 1) offenbar nur genau so lange halten, dass sie die Garantiezeit überstehen.
5.
Teile werden dem Zulieferer um die Ohren gehauen, wenn sie deutlich länger halten, als angefordert wurde (kein Scheiß). "Das hält xxxx Stunden, es muss aber nur yyyy Stunden halten. Das geht billiger!"
6.
Das wird weiterhin fortgesetzt, wie VW mit den eigenen Vertragswerkstätten umgeht. Es gibt zu viele? Treiben wir sie einfach in die Insolvenz. Dann regelt sich das. Dass da dann Menschen hinter hängen... ist doch egal. Es geht um maximalen Profit, nicht um Einzelschicksale.
7.
Das wird weiterhin dadurch fortgesetzt, dass viele VW-Mitarbeiter natürlcih VW fahren, diese Autos aber kaum länger als 6-12 Monate fahren. Ein Neuwagen mit maximal 12 Monaten wird nur wenig Probleme bereiten. Daraus entsteht aber der Eindruck, dass das alles Premium-Qualität ist. Und genau so wird dann auch VW hier angesehen. Das Maß aller Dinge.
Diese Liste kann man sicher noch weiiiiit weiterstricken.
Zu meinen eigenen Erfahrungen:
Wenn die heutigen Autos so oft kaputt gehen, wie es mein Golf 4 tat... Natürlich wird immer gesagt, dass die Autos halten und fahren und fahren und fahren. Immer und immer wieder kaufen Kollegen nen VW. Und da wird es hingenommen, dass da einfach die Achslager alle 60.000km ausschlagen. Oder dass bei 140.000km son Turbo einfach durch ist. Da wird hingenommen, dass man Service "von oben herab" in seinem Autohaus bekommt. Als bei meinem Golf 4 die Zahnriemenspannrolle bei 60.000km den Dienst versagte und alle Ventile krumm waren, da erlebte ich Service von VW at its best. Das führte soweit, dass ich nach einer guten Zuzahlung für ein (wie ich hintenrum herausfand) intern im Werk bekanntes Problem mit der Spannrolle in weiteren 1000km zur großen Inspektion antreten sollte... sie haten ja nicht gerade am Motor ALLES neu gemacht, einschließlich Ölservice etc. Ansonsten waren es eben diese aus Punkt 1 (siehe oben) resultierenden banalen Dinge, die ständig kaputt gingen. Achsmanschetten, Mittelschalldämpfer, Endschalldämpfer, 2x Kat, 2x Klimakompressor, diverse Zipperlein mit Innengeräuschen, 1x Luftmengenmesser, 1x Lambdasonde. Vieles davon innerhalb der 2 Jahre Garantie. Einiges aber auch nicht in der Zeit... und da hört man dann auch so Sachen wie "Jaaaahaaa... wenn das jetzt kein Golf wäre, sondern ein A3, dann wäre das 100% Kulanz. So müssen Sie aber 40% selbst tragen." Guten Tach.
Nein, es geht wirklich GAR NICHT aus meinen Augen, diesen Konzern dafür zu belohnen, was er da verzapft. Vom Look&Feel mag ich den Golf R. Und Spaß kann man damit sicher auch haben. Aber was wird sein, wenn man den mal 100.000km fahren will? Das würde ich heute niemals wagen.
Wo steche ich als nächstes hin? Golf R. Okay. Hast Du die Tests in der Sport Auto gelesen? Der aktuelle hat mal ein bissl toleranteres ESP. Jetzt kann man den kaufen? Bah... wenn man von nem BMW 1er aus der M-GmbH zu nem Golf R springt... das geht doch irgendwie gar nicht. Das eine ist ein Auto, wo aus meiner Wahrnehmung her mit Herzblut die Großserie verfeinert entwickelt wird. Das andere ist abweichend vom 0815-Auto mal im Hochlagerregal zwei Fächer weiter nach rechts gegriffen und zusammengehustet. Ja ja ja... genau so wird es nicht sein. Ich behaupte aber fest, dass VW Autos baut nur um Profit zu machen. Und bei BMW wird es sicher auch nicht sooo anders sein. Aber BMW traue ich deutlich mehr Willen zu, da was Anständiges abzuliefern für das Geld.
Ich höre mal mit dem Bashing auf. Denke Du hast genug Infos, um halbwegs nachzuvollziehen, wieso ich nur mit dem Kopf schüttele, wenn jemand ernsten Willens ist, das Geld für einen Golf R bei denen einzuwerfen.
Wenn ich so einen Menschen auf der Straße sehe, und es ist kein Werks-Leasing oder Dienstwagen (was man hier an den Kennzeichen halbwegs erkennen kann), dann habe ich echtes Mitleid... wie man so verstrahlt sein kann, und echtes Geld dafür zusammen rafft. Mit dem gleichen Geld kann man anderes machen... speziell, wenn man darauf verzichtet, nen nagelneuen Wagen zu fahren. Sei es fahrdynamisch oder auch qualitativ.