"Bitte stellen Sie mir 2.1 kalt ein."
"Was, soo wenig?"
"Jap!"
Die ersten Meter waren seeehr spaßig, weil schleimig und rutschig ohne Ende. Okay, also erstmal die Gummis anfahren. Einige Kilometer später wurde es dann besser. Doch das Heck lenkte extrem stark mit. Ganz beschissenes Gefühl. Okay... erstmal abgetan... vorn bekommt man ja schneller angefahren als hinten... weitere paar Kilometer später... ich muss nochmal Druck kontrollieren... dieses schwule Fahrgefühl kanns ja nicht sein. --> Hinterachse hatte warm 2.6, Vorderachse 2.3 <-- Alles klar! 2.2 warm eingestellt... -->
Rockt.
Endlich lenkt das Auto saftig ein. Der breitere Vorderreifen ist eine echte Wohltat!
Die ersten wahrzunehmenden Unterschiede zwischen
RE050MZ und 17" 595RS-R 215v/235h in kurzen Worten:
1.
Flanken des 595RS-R sind weicher als die des MZ.
2.
Schräglaufwinkelbalance vorn/hinten verschiebt sich schon nur wegen der deutlichen Reifenbreitenänderungen. Ohne es recherchiert zu haben: Ich denke diese Schräglaufänderungen vorn zu hinten äußern sich deutlich spürbar im Handlng. Mehr dazu später.
3.
Der Reifen baut schon kalt sofort mehr Grip auf als der MZ.
4.
Der Grenzbereich ist sahniger und deutlich präziser zu beherrschen.
Nun ein paar interpretierende Gedanken zu den Aussagen:
zu 1.
Das sah man bereits dem Reifenjogi an. Der Federal ist noch bedeutend härter konstruiert als wohl andere handelsübliche Reifen, jeodch toppt die Flankenhärte den MZ nicht. Ich begrüße dies, denn es erhöht meinem jetzigen Erfahrungshorizont nach die Fahrbarkeit im Grenzbereich, ohne dass das Einlenken trotz nur 17" zu schwammig wird.
zu 2.
Szenario: Landstraße, 100km/h, Ausscheren und Vollgas zum Überholen... Bei gleichem Lenkimpuls nach links reagiert diese Reifenkombi schneller mit Richtungswechsel, im ersten Moment direkt gewöhnungsbedürftig. Das Heck scheint etwas verzögert zu folgen. Ich denke, das erklärt sich mit den anderen Schräglaufwinkelverhältnissen vorn zu hinten ganz gut. Details dazu im Buch von Wolfgang Weber, der "Weber-Fibel". Letztlich wirkt das Handling agiler, durch die Schwächung der Hinterachse aber auch einen hauch quirliger bzw. weniger souverän. Das Heck ist munterer als vorher. Jedoch keine massive Änderung zu vorher, nur alles eine Nuance in beschriebene Richtung bzw. Tendenz. Wer ne festgenagelte Hinterachse will, die weniger mitlenkt, sollte vielleicht 255 hinten wählen.
zu 4.
Als ich sah, wie viel mehr der Vorderreifen an Breite zulegt, war ich gleich gedanklich kippelig, ob denn die Idee 235 statt 255 zu nehmen so glücklich gewesen sein mag. Also legt man bei den ersten Fahrversuchen da den Fokus drauf. Mit der Reifenbreitenkombi 215/235 zusammen mit meinem KW Var3 und Jimmys Dämpfer-Setup sowie meiner Tieferlegung vorn 30mm und hinten 25mm gestaltet sich das Grenzbereichverhalten vom Grip her unter Last sehr neutral. Beim sauberen Abbiegen mit 40-70 km/h ist das Heck auch bei Vollast VTEC ab Scheitelpunkt nur schwerlich aus der Ruhe zu bringen ("sauber", weil man einen Drift natürlich jederzeit provozieren kann, wenn man will). Im Grenzbereich, wenn der Reifen nicht mehr kann, beginnt er leicht zu driften... ohne abrupt wegzubrechen.. einfach ein leichtes Rutschen, bei dem man einfach aufm Gas bleibt und der Grip kommt. Ähnlich, wie ich das von Marius mit Bilstein PSS9 und damals Michelin PS2 kenne. Wenn der MZ weg ging, dann ging er weg. Dieser Übergang ist beim Federal schöner, und daher fahrbarer im Alltag.
Ich habe jetzt 100km gefahren... und ich möchte wetten, das wird noch bedeutend besser, wenn da erstmal 500km runter sind. Die sehen ja noch neu aus. Also mal abwarten. Und dann mal sehen, was im Oktober in der Eifel los ist.
Für diejenigen, die sich noch nicht komplett in den Federal eingelesen haben:
Die kleineren, kurzen Profilrillen am Rand sind nur 3mm tief. Wenn der Reifen also ca. 50% seines Profils eingebüßt hat, fallen diese Rillen weg und der Reifen geht nochmal ein gehöriges Stück weiter Richtung Semislick, jedenfalls was das Verhältnis von Positiv- zu Negativprofil angeht.