Ich finde den gedanklichen Vorgang, das, was man da tatsächlich tut, genau zu beäugen, und ins Bewußtsein zu ziehen, extrem wichtig. Insofern ist das hier auch eine spannende Diskusion, finde ich.
Viele fahren da einfach, ohne zu reflektieren. Und das eliminiert diesen Zufall nicht.
Ich hatte das schon oft, dass ich Freunden, die Otto Normal Autofahrer sind, auf normalen Landstraßen einfach nur mal die zwei Anfängertips gab:
1. Hab den richtigen Gang vor der Kurve bereits drin. Nicht noch in der Kurve die Gänge sortieren.
2. Die Kurvenfahrt verringert aufgrund von Reibung dein Tempo... bleib leicht am Gas in der Kurve.
Denen war damit sofort viel Streß genommen und sie sagten alle recht schnell... oh, das ist gut!
Autofahren ist auch "Handwerk". Die Theorie ist nicht nur für Schwafler wie mich nützlich. Besser, man reflektiert und bildet sich.
Andere Story, die mich zum Denken dieser Art bewegte:
Ich nahm neulich eine Freundin im S2000 mit. Landstraße. Speed. Sie machte das alles mit. Später fragte ich dann, was ihre Eindrücke waren. Sie sagte sowas wie: "Warum hat Lars da nun Spaß dran?" Und "Wieso gibt mir Geschwindigkeit nichts?".
Die folgende Diskussion war spannend. Ich musste selber überlegen: Warum macht mir das eigentlich wirklich Spaß? Und ich kam zu einigen Antworten, die auch viele andere Fragen erschlugen, z.B.: Warum eigentlich S2000?
1.
Schnelles Autofahren ist das Haushalten mit dem zur Verfügung stehenden Grip. Je mehr man lenkt, desto weniger kann man bremsen. Je mehr man bremst, desto weniger kann man lenken. Kammscher Kreis an jedem Rad. Dazu kommt dann die Unebenheit der Straße, Wellen, Bumps, Neigungen. Das alles durch seinen Input in das Auto auf ein hohes oder maximiertes Niveau zusammen zu bringen, ist eine nicht endende innere Challenge mit sich selbst. Und die bereitet aufgrund der Komplexität Spaß.
2.
Nicht jedes Auto ermöglicht diese Challenge! Man braucht ein Auto, bei dem man spürt, was an den Reifen vor sich geht. Was die Dämpfer da tun. Ein S2000 kann das. Viele andere nicht so gut.
3.
Komplexität der Vorgänge: Ich habe Feder-Dämpfer-Vorgänge im KW V3 modellhaft im Kopf und ich erwische mich, wie ich dieses Wissen beim Fahren irgendwie einbeziehe und das gedankliche Modell quasi zur Laufzeit mit dem tatsächlichen Verhalten des Autos verifiziere. Das sind Dinge, die Spaß machen. Otto Normal spürt das alles gar nicht, und will das auch gar nicht spüren. Insofern ist Autofahren nicht gleich Autofahren. Nicht leicht, jemandem, der nur von A nach B will, das irgendwie zu transportieren. Auch nicht leicht, das einem (ich wage mal Schublade zu öffnen) Audifahrer nahe zu bringen, der meistens den Spaß aus Vmax-Bolzerei und nen Hauch schneller sein als andere zieht.
Und unterm Strich:
In der Diskussion wieder Erkenntnisse erlangt, die routineartig automatisierte Vorgänge beim Autofahren ins Bewußtsein holen. Fortschritt.