Mir kam neulich einer meiner frühen Beiträge hier im Forum vor Augen, wo ich den S2000 gerade neu hatte und den Standpunkt vertrat, dass ich dieses Auto nicht kaputt fahren werde (toi toi toi, so ist es eingereten) und auch das Fahrverhalten des S2000 kein Hexenwerk sein kann. Es ist auch nur ein Auto.
Damals wurde das beim harten Kern ganz sicher als "wieder so ein neuer, der glaubt wunder was er kann... einem, dem man nur gut ins Gewissen reden kann" abgestempelt. Blicke ich nun heute auf diese Zeilen von meinen S2000-Anfängen zurück... alles was ich schrieb war richtig. Nur das Ansehen dieser Zeilen ist ein ganz anderes, wenn man Neuling auf der Karre ist, oder eben schon mehrere Jahre damit herum fährt.
Ebenso wird hier ein pauschaler Unterschied zwischen 20-jährigen und 30-jährigen gemacht. Das hat vielerorts Fundament. Aber oft wird es dem Gegenüber auch nicht gerecht. Daher finde ich diese Diskussionen fragwürdig. Es gibt so viele Mitt-Dreißiger (und ältere), die sich nen absoluten Scheiß zusammenfahren... denen war ich schon als 20-jähriger in Sachen Verkehrsüberblick und Fahrzeugbeherrschung voraus. Mein Bruder ist heuer 23. Der hat als Führerscheinneuling bei einem Renntraining für Otto-Normal-Fahrer den alten Säcken einen vorgemacht. Und das obwohl er den Führerschein erst seit 6 Monaten hatte. Zu sagen, dass jeder 20-jährige feucht hinter den Ohren ist, ist sicher nicht richtig.
In diesem traurigen Thema hier, ist Fahrzeugbeherrschung ja gar nicht der springende Punkt. Einstellung zur Sicherheitsreserve ist der Punkt. Und da bin ich mit einverstanden, dass junge Leute sich da eher mal ver- bzw. überschätzen, und dann nur mit Glück richtigen Bockmist abgewendet bekommen... Bockmist, in den ein älterer Mensch wahrscheinlich so gar nicht hinein geschlittert wäre.
Ich kann da nur von mir selbst projizieren... Mein Umgang mit dem Schnellfahren hat sich mit dem Alter verändert. Das merke ich am Mopped-fahren. Ich war dem moppedfahren immer schon respektvoll gegenübergestellt. Eher vorsichtig, doch nie zaghaft. In der breiten Masse der Moppedfahrer immer bei den Heizern. Selten, dass von hinten was kam, was ziehen gelassen werden musste. Immer am Heck meines Stiefvaters, der mit großer Erfahrung und gleichem Anspruch an das Fahren voraus fuhr. Allein unterwegs gings dann stückweise gern mal noch zackiger voran. Und heute? Heute ereilen mich Gedanken, die ich früher nicht hatte. Landstraße... 170 aufm Tacho... lange Kurve... schön in Schräglage... 20:00 Uhr... Dämmerung... Maisfeld neben mir. Früher wäre mir die Gefahr, die davon ausgeht, nicht in den Sinn gekommen. Heute ist es im Bewußtsein. Das ist der Kern dessen, was sich mit dem Alter bei mir geändert hat. Wahrnehmung von Risiken und die Bereitschaft, diese einzugehen. Und das ist nur auf das Alter zurück zu führen, denke ich. Mit 20 hatte ich die Wahrnehmung gar nicht so sehr. Und hätte man diese Diskussion damals mit mir gehührt, wäre ich sicher ebenso nicht darauf eingestiegen. Das was ältere so erzählen bewahrheitet sich... erstaunlich aber wahr.