Original von nsxr
Ich wärm mal den alten Thread auf, weil's Neues zu berichten gibt.
Jetzt bitte nicht lachen: Ich habe die Vermessung selbst gemacht und zwar ohne hochelektronische, lasergesteuerten Krimskrams.
Wie das geht? Für die Spur spannt zwei Nylonfäden rund um das Auto, exakt parallel und im selben Abstand voneinander. Dann kann man die Spur ziemlich genau messen. Fehlertoleranz schätze ich mal 0.1-0.2 mm pro Rad. Der Sturz ist etwas schwieriger. Man nehme einen Zimmermannswinkel, so ein rechtwinkliges Eisen, 60 cm hoch und 30 cm lang. Stellt das Ding auf einen ebenen (!) Boden und misst die Differenz der Distanz von der oberen zur unteren Felge. 2 mm Differenz = invtan(2/430) = 0.27 Grad. Man kann auch den invsin nehmen, weil's bei kleinen Winkeln fast identisch ist. Jedenfalls interessiert mich vor allem die erste Nachkommastelle. Krux an der Sache: einen ebenen Boden finden. Messtoleranz schätzungsweise 0.1 Grad. Mehrfach messen und Mittelwert nehmen.
VOR dem Messen wurde der S zweimal nach hinten und dann wieder nach vorne geschoben, die letzte Bewegung von hinten nach vorne. Lenkrad exakt eingemittet.
Spur und Sturz vorne ist voneinander abhängig. Hinten ist die Einstellung etwas kniffliger, weil es keine Spurstange hat.
Werte vorher: vorne -1.0 Sturz, - 1 mm Spur pro Rad
hinten: -2.2 Sturz und 2 bzw. 3 mm Spur pro Rad.
Auf dem Ausdruck, den ich mitbekam, standen völlig andere Werte.
Entsprechend ist das Ding dann auch gefahren, total sch**eisse.
Nach ca. 8 Stunden:
vorne: -0.27 Grad Sturz, +-0.0 mm Spur
hinten: -1.2 Grad Sturz, 3 bzw. 2.75 mm Spur
Und siehe da! Heureka! Deutlich besser! Hinten zickt er zwar noch etwas, vor allem wegen den Yokohama-Gummis, aber OEM-S-02 von eBay sind schon unterwegs.
Effizient ist das ja nicht gerade, was ich da gemacht habe, aber immerhin macht es Spass und man ist nicht auf irgendwelche selbsternannte Grössenwahnsinnige angewiesen.
Eigentlich schade, aber eine Abhängigkeit weniger.