Ich kann mir aber auch vorstellen, dass ein Auto, welches wettbewerbsmäßig permanent am echten Limit bewegt werden muss/soll, nicht so unglaublich "spitz" sein sollte. Nur wo beginnt spitz, ab wo ist es zu spitz. Ich denke, hier bewegt man sich in den fahrerspezifischen Vorlieben.
Ich bin Hobby-Fahrer. Landstraße. Ich bewerte das also alles mit diesem eigenen Maßstab. Dass ich, wenn ich denn wettbewerbsmäßig unterwegs sein müsste/dürfte/könnte, vielleicht auch ganz andere Wünsche hätte, da bin ich mir eigentlich sicher.
Ich glaub, das muss noch ein bissl präzisiert werden...
Für die Landstraße, Bergstraße, whatever... eben FOR FUN, da finde ich ein Auto, dass nicht aalglatt von A nach B rollert einfach spannender. Ich will nicht sagen, dass ich auf öffentlichen Straßen da nur am Limit bin. Das Griplimit wird aber sehr wohl partiell angetastet... wo der Raum und die Situation das zulassen. Dieses Kapitel find ich ganz spannend zu beleuchten. Ich merke, dass ich gewisse Dinge im öffentlichen Raum anders mache als manch anderer. Egal woich bin, ich kann eine mir unbekannte Straße sofort ziemlich zackig beballern. Viele Freunde tun sich damit schwer. Ich werde von Beifahrern auch iftgefragt, ob ich die Strecke gut kennen würde, was meist nicht der Fall ist. Das schiebe ich auf gewisse Kleinigkeiten. Das Anfahren einer Kurve z.B.: Das Optimum ist ein präziser Einlenkvorgang sofort an die maximale Querbeschleunigung. Schon eine hohe Kunst, das muss man erstmal können. Auf der öffentlichen Straße geht das in den seltensten Fällen, speziell dann nicht, wenn man nicht sieht, was im Verlauf der Kurve los ist. Daher also meine intuitive STVO-Version, mit der ich seit Jahren fehlerfrei mit Mopped und Auto unterwegs bin, ohne die Kost zu verachten... Kenne ich die Kurve nicht, und kann ich nicht sehen, wie sie weiter verläuft, muss ich mir Reserven lassen. Breche ich da am Limit rein und zieht die Kurve dann zu, gehts schief, weil man keinen Auslauf hat, bzw. der Auslauf dem Gegenverkehr gehört. Scheidet also ais. Also scheine ich (und da bin ich mir selbst nicht so ganz genau sicher) den Eingangsspeed stets nach unten anzupassen, langsamer als physikalisch möglich in die Kurve angebremst, um dann diese restliche Reserve zum Limit, die ich mir dann gelassen habe, im weiteren verlauf der Kurve aufzubrauchen (durch Beschleunigen). Das korreliert mit der Empfehlung, unter Zug, also am Gas die Kurve zu durchfahren, um Lastwechsel zu minimieren. Die Querbeschleuniung bremst, man kann also sowieso unter Zug mit konstantem Tempo fahren. Im Wettbewerb ließe ich damit Eingangs der Kurve Zeit liegen... was man da ja nicht will. Dort werde/würde ich mich weiterentwickeln müssen, um die besseren Bedingungen einer Rennstrecke auszunutzen.
Bei dieser Annäherung an das Limit der Reifen beim Ansteuern des Scheitelpunktes kann man dank der spontanen und direkten Leistungsentfaltung des S gut dosieren und korrigieren. Die Nervosität, die der S dabei an den Tag legt, bereitet Spaß. Den Spaß, der untergeht, wenn die feinsten Lenkimpulse in walkenden Reifen oder dem fahrwerk oder irgend einer komischen Servolenkungs-Elektronik versiffen. Es ist wohl also gar nicht mal der schmale Grenzbereich des S, der den Spaß bereitet, sondern die Reaktionen des Autos in der Annäherung.
Ich höre mal auf zu schwallern, und warte mal Euer Feedback ab.