Mir ging es wie Dir.
Vorweg:
Seit ich Auto fahre (1993) bewegte ich regelmäßig diverse BMW meiner Eltern mit stets mehr als 300PS und natürlich Heckantrieb. Die M5 hatten alle kein Anti-Schleuder-/Schlupf-Gedöns. Einzig der 850CSi hatte ASC, oder ASC+T, ich weiß es nicht mehr. Schlupfregelung in jedem Fall.
Auch ich hatte zuvor über den "bösen aber geilen" S viel gelesen... wunder was ich mir da für eine unberechenbare Heckschleuder zulege. In der Tat waren die ersten 4 Wochen ernüchternd. Der S war so instabil im Heck, dass ich den meiner Freundin, die noch niemals Heckantrieb gefahren hatte, geschweige denn so viele PS, nicht guten Gewissens in die Hand hätte geben wollen. Wie sich herausstellte, war der vom Händler draufgegebene Luftdruck von kalt 2.6 bar der Grund für das instabile Heck. Der S ging bei 5 Grad und nur leicht feuchter Straße beim langsamen Abbiegen und Halbgas im 2. Gang sofort quer! DAS ist zickig, fies und gemein. Jetzt hab ich 2.2 bar drauf, und der S fährt sich sehr gutmütig. So hätte ich auch keine Sorge, den meiner Freundin an die Hand zu geben. Vieleicht nicht beim ersten Mal gleich bei Nässe, aber generell ist er jetzt total unkritisch. Mit einer Ausnahme. 1300kg auf 245er Reifen... Aquaplaning ist schnell zu erleben. Wenn Pfützen auf der Straße stehen... gaaaaaaaanz behutsam! DAS MUSS MAN BEFOLGEN!!!
In den ersten 4 Wochen stellte mich der S trotz des losen Hecks wegen des zu hohen Luftdrucks vor keine unlösbaren Probleme. Auch nicht mit Sommerreifen auf überschneitem Eis. Haarige Sache, keine Frage... Fahren ist was anderes, aber wenn man weiß, was man tut, ist der S auch nur ein Auto. Mag sein, das derjenige, der immer nur 60PS hatte und dazu ausschließlich Frontantrieb, durchaus zur Gefahrengruppe "gekauft und weggeschmissen" gehört. Nicht jeder kann mit einem Hecktriebler gleich losfahren, als wär nix... obwohl es solche Talente durchaus gibt!
Richtig ist, dass der S aufgrund seines Gewichtes, seiner direkten Lenkung und des Fahrwerks nicht so lässig mit über 200 gefahren werden will wie eine große deutsche Limousine. Den 850CSI beispielsweise konnte man bei 265 kurz vorm Begrenzer spielend und entspannt dahinrauschen lassen. Der S liegt ab 200 bedeutend unruhiger. Bodenwellen, Spurrinnen, Fahrbahneigungswechsel... alles das erfordert zuweilen bei über 200 durchaus Aktion vom Fahrer. Der dicke BMW bügelt da drüber, ohne dass man was merkt. Im Gegenzug bekommst Du beim S viel mehr Feedback vom Auto, bei jedem Tempo!
Es wird oft gesagt, der S kommt auf Nässe unverhofft quer, wenn man in Kurve vom Gas geht. Ja gut... Heckantrieb eben. Is mir bei einem M5 auch schon mal passiert. Es ist eben egal, wie das Delta-V aufgebaut wird, Schlupf ist schlupf, egal ob negativ oder positiv. Viel Motorbremsmoment hat der S eh nur bei hohen Drehzahlen. Wer bei Nässe im oberen VTEC-Bereich in der Kurve ist, und dann nicht weiß was er tut, der hats halt für seine Verhältnisse übertrieben. Das ist zu vermeiden! Ansonsten war ich am 1.4. mit 21 Cabrios im Harz unterwegs. Feuchte Straßen... na und... das war trotz gehobenen Tempos kein Problem! Solange man weiß, was man tut!
Es wird immer gesagt... "behalte den Respekt!" Ich denke, es ist beim S2000 wie bei allen anderen hoch motorisierten Autos immer sinnvoll, MIT VERSTAND zu agieren. Da benötigt der S nicht viel mehr Aufmerksamkeit, als andere Dampfhammer (ESP und Co ausgeschaltet, versteht sich). Wenn da nicht das Aquaplaning wäre! 
Also mach Dir nicht so einen Kopf! Die ganzen Ratschläge an die "Frischlinge" sind richtig und wichtig und bei vielen Menschen auch sicher sinnvoll. Wohl aber eher als Hinweis an die Psyche! Denn Hexenwerk ist der S2000 nicht. Nur ist er ein messerscharfes Fahrgerät ohne Netz und doppelten Boden.
Wäre schön, wenn Du Deine Erfahrungen, die ersten km mit dem S, die ersten Wochen, der Moment, wenn Routine kommt... wenn Du all das hier nochmal zum Besten gibst. Das hilft Leuten, die später in Deiner Situation sind.
Viele Grüße,
Lars!