Vielleicht ists ja wirklich falsch.
Ich schildere mal, wie ich mir das zu erschließen versuche... dabei lasse ich den Konjunktiv zuweilen weg.
Ich habe in Gedanken einen zeitlichen Moment eingefroren. Den, bei dem Zylinder 1 gerade beginnt zu verdichten, wohingegen ein anderer Zylinder gerade zündet. Wir nehmen an, dass Drehzahl hier konstant bleibt. Die in diesem Moment eingeleitete Energie aus der Zündung sei konstant. Wir beäugen die Energiebilanz. Zündender Zylinder speist Energie ein. Reibung und Kompression (und was da alles noch mechanisch dran hängt) verbraucht davon Energie. Die in der Bilanz dann übrige Energie steht in der Kupplung zur Nutzung zur Verfügung. Da wir definiert haben, dass die Drehzahl konstant ist, tilgt die überschüssige Energie genau die Last an der Kupplung. Die Schwungmasse hat hier keinen Einfluss, weil wir keine Drehzahländerung angenommen haben.
Nehmen wir jetzt hingegen steigende Drehzahl an, so ist die Energie, die in dem eingefrorenen Zustand durch den zündenden Zylinder eingespeist wird, abzüglich der Energie der inneren Reibung und der Kompression etc. und abzüglich der Energie, die in die Beschleunigung der Schwungmasse eingeht, größer als die Last an der Kupplung.
Wäre JETZT die Schwungmasse kleiner, würde hier bei gleichem Drehzahlanstieg weniger Energie in diesen Energiespeicher "Schwungmasse" eingeleitet, es steht also mehr nutzbare Energie an der Kupplung zur Verfügung.
Das heißt aber nicht, dass der Motor eine höhere Spitzenleistung erzielen kann, denn bei Spitzenleistung kommen wir wieder in die Phase, wo die Drehzahl konstant ist. Hier hat die Schwungmasse keinen Einfluss.
Nehmen wir jetzt der Vollständigkeit halber noch den Fall an, wo die Drehzahl in oben eingefrorenem Zeitpunkt sinkt. Da ist die Bilanz aus eingespeister Energie aus Zündung, im Inneren verbrauchter Energie und aus der Schwungmasse durch Abbremsung gewonnener Energie kleiner als die Last an der Kupplung. Wäre hier jetzt die Schwungmasse geringer, wäre auch die aus der Schwungmasse eingespeiste/entnommene Energie in diesem Moment geringer, Folglich steht dann an der Kupplung in diesem Moment weniger nutzbare Energie zur Verfügung.
Alles das beschreibt das, was Du als äußere Phänomene beschreibst, und ja auch unbestritten ist. Trotzdem zeigt es, dass die Schwungmasse Einfluss auf die zu einem bestimmten Zustand nutzbare Energie und damit das Drehmoment hat. Mit Nichten aber auf die Maximalleistung.
Dass der Einfluss kleinerer Schwungmasse bei niedrigen Drehzahlen anders ist, als bei hohen Drehzahlen, schreibe ich dem Verhältnis der Energiemengen zu. Ich meine mich zu erinnern, dass eine konstante Schwungmasse je Drehzahländerung stets gleiche Energiemenge abgibt bzw. aufnimmt. Ich denke, diese Energiemenge verliert bei den viel größeren Energien in der Bilanz bei hohen Drehzahlen an Relevanz. So spürt man den Gewinn oder Verlust an Energie, den der Energiespeicher Schwungmasse einbringt, bei niedrigen Drehzahlen stärker, als bei hohen Drehzahlen.
Wie gesagt, vielleicht hat meine Denke nen Haken. Und vielleicht kann es mir dann jemand besser erklären. Ich bin bei sowas wie immer neugierig. Aber bitte ohne Sarkasmus und schön sachlich.