Vielleicht ist Walter ja einfach nur nicht online. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, es könnte auch sein, er denkt sich, ich habe wohl einen an der Waffel und zu sonem Stuss muss er nicht nochmal was dazu schreiben.
Ich bin überzeugt, dass die Kompensation der aerodynamischen Auftriebkraft durch eine Gewichtskraft eine Beruhigung des Hecks bewirkt. Sicher keine so gute, wie durch zusätzlich erzeugten aerodynamischen Abtrieb. Aber in erster Instanz funktioniert das mit dem Gewicht schon ganz gut. Sofern man nicht in die Bereiche "fährt", in denen die Fliehkraft des höheren Gewichtes am Heck zum Abriss der Seitenführungskraft führt.
Ich bin nicht in der sofortigen Lage, das jetzt durch eine Rechnung zu belegen. Will auch um Gottes Willen nicht noch eine weitere theoretische Diskussion entfachen. Ich spüre es aber ja im Auto live und in Farbe. Da wo der S auf Unebenheiten auf der Straße bei hohen Geschwindigkeiten nervös drüber rollt, rollt er mit vollem Kofferraum satt und gelassen. Da wo ein schneller Richtungswechsel sich hinten leicht und locker anfühlt, fühlt er sich mit vollem Kofferraum spurtreu und souverän an. Diese Nervositäten, die ich hier meine, spüre ich bei Geradeausfahrt oder nur leichten Radien bei Geschwindigkeiten >180. Also nicht voll am Kurvenlimit! Da will ich dann auch gar nicht so gern hin, aus Respekt davor, das Heck könne kommen, weil vielleicht ein kleiner Absatz oder so in der Kurve sein könnte. Insofern hat dort eine erhöhte Fliehkraft durch mehr Gewicht im Heck keinen nennenswerten Einfluss. Vermutung: Wohl aber hat das Feder-Dämpfer-System mehr zu tragen. Die Feder ist mehr vorgespannt, eben durch das Zusatzgewicht. Ist das die Gewichtskraft des Zusatzgewichtes vom Betrag gleich dem aerodyn. Auftrieb, so verhält sich das System dann wie bei geringeren Geschwindigkeiten, wo der aerodynamische Auftrieb noch nicht so zum Tragen kommt. Das Fahrwerk reagiert also so, als wäre es belasteter. Als wäre der Auftrieb nicht vorhanden. Ich vermute mal, die Kennlinie der Federn ist progressiv? Damit ist das System dann im Zeitpunkt der Anregung durch eine Unebenheit auf der Straße in einem anderen Eingangsszustand und die Reaktion ist damit auch eine andere. So oder so ähnlich muss das irgendwie sein. Denn den Effekt kann man ja einfach austesten und live erfahren.
Spricht aber auch dafür, dass man durch ein entsprechend anders abgestimmtes Fahrwerk auch ohne Gewicht/Abtrieb in den "besser federnden Bereich" kommt. Was dann aber sicher auch wieder Auswirkungen auf dem Bereich geringer Geschwindigkeiten hat?
Dass mehr Gewicht hinten am Griplimit in Kurvenfahrt suboptimal ist, ist unbestritten. Eben drum auch richtig, was Walter sagt. Nur eben nicht das, was ich meine.
Vorteil am Gewicht ist, dass es sich (auf ebener Straße) nicht als dauerhafter Widerstand dem Vmax entgegen stellt. Was ein Heckflügel aber sehr wohl tut. Es verringert nur die Beschleunigung, was man bei 60gk aber wohl für die öffentliche Straße vernachlässigen kann. Kann nicht sagen, dass der S bedeutend und gefühlt langsamer wäre, wenn der Kofferraum voll ist.
Frage:
Wenn ein unter dem Heck eingebauter Diffusor Abtrieb produzieren würde, wäre das ähnlich wie ein oben aufgesetzter Flügel am Heck ein Element, was den Luftwiderstand erhöht und damit Vmax senkt? Oder Bewirkt ein Diffusor durch Entspannung der unter dem Auto austretenden Luft und daraus resultierendem Unterdruck am Ende des Autos zwar Abtrieb, aber keinen nennenswerten Widerstand? Ich glaub ich kann es mir selbst beantworten... vermute, es ist egal, ob nun Flügel oder Diffusor... beides "bremst"?!?