Ich habe das Fahrwerk seit der Übernahme vom Vorbesitzet nie angepasst.
War damit auch immer sehr zufrieden auf trockener Fahrbahn.
Mein Verdacht ist, dass es noch auf Werkseinstellung steht. (maximale Härte)
Dass du überhaupt nichts merkst, scheint mir sehr fragwürdig, zumal man betreffend Torsen-Diff überall, wirklich überall, liest, dass solche Fahrbahnmarkierungen ein riesiges Problem sind, weil sie einen massiv tieferen Reibungskoeffizienten haben und beim Torsen dazu führen, dass die Kraftübertragung auf ein einziges Rad geht.
Auf jeden Fall ist dad Verhalten sehr leicht reproduzierbar auf nasser Strasse. Einfach mit dem linken Hinterrad über die Mittellinie fahren und zurücklenken.. rutsch..
nasse Schachtdeckel (aus Metall, glatt), die leicht versenkt sind, kann man einfach drüberfahren und spürt sofort, wie das Heck da rein rutscht..
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Wenn das Fahrwerk auf Werkseinstellung ist, dann ist es sicherlich nicht auf max. Härte eingestellt. Brett hart bringt dir im Alltag eher Nachteile. Auf dem Track bei entsprechend ebener Fahrbahn, ist das was anderes.
Ich würde an deiner Stelle die Gesamtspur an der Hinterachse prüfen lassen. Alles deutlich unter '30 macht das Heck ziemlich nervös auch bei trockener Straße. Ich selbst fahre '30 auf der HA. Wenn UK-Werte eingestellt hast solltest irgendas mit '4x haben, was zwar mehr Verschleiß bringt aber das Heck in Schacht hält.
Zitat
Da ich nicht das OEM Diff gekauft habe, kann es auch sein, dass mein Quaife ATB (automatic torque bias = torsen) diff etwas aggressiver ist als das OEM Torsen...
Das Quaife ATB ist nicht so zahm wie das OEM Torsen Diff ausgelegt. Ich hab hierzu folgendes gefunden:
Der Quaife ATB (Automatic Torque Biasing) ist ein schrägverzahntes Differential, das ähnlich wie eine Torsen-Einheit funktioniert. Im Gegensatz zu aggressiven, kupplungsbasierten 1,5- oder 2-Wege-Sperrdifferenzialen (LSDs) wird es allgemein dafür geschätzt, progressiv, alltagstauglich und im normalen Fahrbetrieb unauffällig zu sein.
Dennoch können Fahrer unter bestimmten Bedingungen ein „spürbar aggressives“ Verhalten eines Quaife ATB im S2000 erleben. Das liegt im Allgemeinen an seiner Funktionsweise und Abstimmung:
- Aggressives Einlenken und Gassteuerung: Aufgrund seiner Drehmomentverteilung zieht das Quaife aktiv das Heck (oder die Front, je nach Setup), um ein besseres Einlenken und mehr Grip am Kurvenausgang zu erzeugen. Frühes Beschleunigen kann dazu führen, dass das Fahrzeug aggressiv in Richtung Scheitelpunkt „zieht“, was sich schärfer anfühlen kann als beim serienmäßigen Torsen mit seinem lockereren Fahrgefühl.
- Verhalten beim Verzögern / Rollen: Das Quaife (ähnlich wie das serienmäßige Torsen) ist beim Verzögern und im Schubbetrieb relativ offen. Beim schnellen Wechsel zwischen Beschleunigen und Rollen (z. B. in der Kurvenmitte oder beim Bremsen) kann es zu einer plötzlichen Balanceänderung kommen, die sich wie ein „Zucken“ oder „Greifen“ der Hinterachse anfühlt.
- Querneigung / Geradeauslauf auf der Autobahn: Auf stark geneigten Straßen (z. B. gewölbten Autobahnen) neigen drehmomentverteilende Differentiale dazu, „nach Grip zu suchen“. Das kann ein leichtes Pendeln oder Ziehen verursachen, wenn man versucht, geradeaus zu fahren.
- Abhebende Räder: Da es sich um ein ATB-Differential handelt, benötigt es Widerstand an beiden angetriebenen Rädern, um zu funktionieren. Wenn ein Rad entlastet wird oder abhebt (z. B. durch Bordsteinkontakt oder starke Bodenwellen), verhält sich das Quaife vorübergehend wie ein offenes Differential. Wenn das Rad wieder Bodenkontakt bekommt und Grip aufbaut, kann die plötzliche Drehmomentübertragung abrupt und aggressiv wirken.
Ich habe mal ne KI mit den Infos und deinen Schilderungen gefüttert - ziemlich interessant was dabei rauskam.
Deine Beobachtungen auf nasser Straße beschreiben exakt das physikalische Limit eines drehmomentfühlenden Torsen-Differenzials (wie dem Quaife), wenn es mit extremen Reibwertunterschieden konfrontiert wird (sogenanntes μ-Split oder "Mü-Split").
Warum reagiert das Quaife hier so aggressiv?
- Der "Open-Diff"-Effekt bei Null Grip: Ein ATB-Differenzial benötigt immer ein Mindestmaß an Traktion auf beiden Rädern, um Drehmoment zu übertragen. Wenn dein linkes Rad auf die nasse Fahrbahnmarkierung oder einen glatten Metalldeckel gerät, sinkt der Grip dort schlagartig auf fast Null.
- Der plötzliche Drehmoment-Abriss: In genau diesem Moment kann das Differenzial kein Drehmoment mehr auf das griffige (rechte) Rad leiten. Es verhält sich für einen Sekundenbruchteil wie ein offenes Differenzial.
- Der "Schlag" beim Zurücklenken: Sobald du zurücklenkst und das linke Rad die Markierung/den Deckel verlässt, greift der Reifen wieder auf dem normalen Asphalt. Das Differenzial spürt sofort wieder Widerstand und leitet schlagartig das Drehmoment um. Dieser abrupte Übergang von "kein Grip / offenes Diff" zu "voller Grip / gesperrtes Diff" fühlt sich im S2000 wie ein heftiger Ruck oder ein Rutschen im Heck an.
Der Unterschied zum OEM S2000 Differenzial
Der Honda S2000 kam ab Werk ebenfalls mit einem Torsen-Differenzial (Torsen T-2), allerdings mit einer deutlich zahmeren Auslegung (geringerer Drehmoment-Vervielfältigungsfaktor / Bias Ratio) als das Quaife.
Das originale Diff lässt im Grenzbereich mehr Schlupf zu und reagiert träger. Das Quaife hingegen arbeitet viel effizienter und "wollender". Es sperrt schneller und härter, weshalb dieser plötzliche Wechsel der Kraftverteilung auf Nässe im Heck extrem spürbar und "digital" (Grip – kein Grip – Grip) wirkt.