Moin!
Was macht man wenn der Lack vom eigenen Auto nicht mehr so toll glänzt? Richtig, man greift zu Putzmitteln. Naja, und ganz verrückte kaufen sich dann gleich noch eine Poliermaschine dazu.
Jedenfalls wollte ich damit nicht gleich auf meinem Lack üben. Aber ein geeignetes Testobjekt war schnell gefunden. Der Lack war gutachterlich als "kaputt" befunden worden. Da konnte also nichts mehr verschlimmbessert werden.
Auto
Honda S2000
Berlinetta Black (uni schwarz)
Etwa 1/4 Jahr auf der Straße und 6.000km auf dem Tacho.
Zustand
Der Wagen wurde vor der Auslieferung "aufbereitet". Muß aber wohl das ältestes Pad gewesen sein, was der Azubi genommen hat. Der Lack war über und über mit Hologrammen und Swirrls. An allen Gummis und Falzen waren noch weiße Polierreste zu finden. Gemäß Gutachter ist der Lack auch nicht mehr zu retten. Angebote für Neulackierung liegen vor.
verwendete Mittel
Meguiars #83
Meguiars #80
Menzerna RD 85
ChemicalGuys EZ CremeGlaze
ChemicalGuys Jetseal109
ChemicalGuys Wheel Wax Guard (Felgen)
ChemicalGuys ProPolish+ (Handpolitur)
Hilfsmittel
Wäsche:
ChemicalGuys Citrus Wash&Gloss
Meguiars AllPurposeCleaner (1:10)
Reinigung:
ChemicalGuys Synthetic Detailer
Magic Clean Knete
Türeinstiege:
Meguiars Ultimative Quick Detailer
Reifen:
Meguiars Hyper Dressing (1:4)
Scheiben:
Meguiars ClassCleanerConcentrat (1:10)
Polierpads:
Meguiars Soft Buff 2.0 W7207/W8207 und W9207
Pads und Schwämme von Meguiars, ChemicalGuys und Petzoldts
Microfaser:
ChemicalGuys Elite (7 Stück)
ChemicalGuys 530 XL (zum Trocknen)
ChemicalGuys The Gripper Aplicator (Reifen)
Microfaser Wash Mitt (Waschhandschuh, vermutlich von CG)
diverse:
Nevr Dull (Metallpolitur)
Polo Motorrad Gel Reiniger (Felgen)
Kestrel Dual Action DAS-6
Malerpinsel 40mm
Malerkrepp
Tesa Lack-Klebeband (blau)
Der Wagen war bereits vor einer Woche bei mir, um mal einen Testspot mit der Maschine zu bearbeiten. Ein erster Versuch vor etlichen Wochen mit der Petzoldts Füllpolitur konnte nicht unbedingt überzeugen. So war die Aufgabe klar, und die Arbeit konnte ohne großes Probieren begonnen werden. Wie gesagt, es ist das erste Auto was ich mit der Maschine bearbeitet habe.
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Hier also das Sortiment im Überblick. Wie sich später herausstellte, waren nur die MF-Tücher etwas knapp. Also wurden einige vor dem Versiegeln in die Waschmaschine gefeuert und konnten dann wieder verwendet werden.
Es ging also los mit einer ordentlichen Wäsche. Die Fliegenreste an der Front wurden mit APC eingeweicht, der Bremsstaub machte Bekanntschaft mit dem POLO Gel-Reiniger. Ein Überbleibsel aus meiner Zweiradzeit, das aber immer noch sehr gut Funktioniert. Abgetrocknet wurde mit dem 530'er Tuch von CG.
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Im Anschluß wurde mal kurz die Knete auf die letzten Unebenheiten losgelassen. Waren aber nur ganz wenige Fliegenschisse auf der Haube. Der Detailer machte seine Arbeit sehr gut. Hatte sonst immer Waschwasser dafür genommen.
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Dann ging es ab in die Garage. Die beiden 150w-Spots wurden gezündet und es konnte ein letztes Mal ein Blick auf die Lackschäden geworden werden. Wie gesagt, der Lack wurde von einem Fachbetrieb aufbereitet und so bei Regenwetter ausgeliefert. Das richtige Licht deckt die Defekte aber gnadenlos auf.
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Zum Glück hat der Honda kaum Teile zum Abkleben. Der Verdeckrahmen bekam das blaue Tesa. Die Seitenblinker und wenige andere Teile wurden mit einfachem Malerkrepp abgeklebt.
Dann konnte es mit der Politur endlich losgehen. Die Wahl fiel auf die #83 und harte Pads. Bei Stufe 5-6 ging es dann zur Sache. Der Honda-Lack ist relativ weich. Daher brachte in den meisten Fällen schon ein Durchgang mit der #83 ein gutes Ergebnis. An einigen Stellen bin ich ein 2. Mal drüber gegangen. Nach etwa den halben Wagen habe ich das Pad gewechselt. Ab da lief es auch besser mit der Politur-Dosierung. Hatte vorher wohl immer etwas zu kleine Flächen oder zu viel Politur verwendet.
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Das Ergebnis was schon sehr gut, aber natürlich noch weit weg vom Hochglanz. Parallel hat Thomas mit der Hand die Front- und Heckschürze bearbeitet. Da kommt man mit den großen Polierpads einfach nicht in die Ecken. Zudem hat er gleich noch den schmalen Scheibenrahmen poliert. Dazu kamen diverse Auftragspads zum Einsatz. Weiter ging es also mit der #80 und einem mittleren Pad auf Stufe 3-4.
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Der Glanz wurde deutlich gesteigert, aber so richtig perfekt was das noch nicht. Also habe ich mal die Menzerna-Proben genauer angeguckt und das feinste Finish-Fläschen mit der RD 85 gewählt. Zusammen mit einem weichen Finish-Pad und Stufe 4-5 ging es auf zur finalen Politur. Die Politur lässt sich gut verarbeiten, staubt aber ganz minimal. Das anschließende Abtragen ist im Vergleich zu den Meg's vergleichsweise schwer. Aber das Ergebnis ist sehr gut. Bis auf ganz wenige, tiefe Kratzer wurden sonst alle Defekte beseitigt. Der Lack glänzte nun schon genau so schön wie die Felgen. Die wurden nebenbei nämlich mit der CG WheelWax bearbeitet. Da sollte der Dreck also nicht mehr so schnell haften. Die Endrohre des Auspuffs wurden mit NevrDull bearbeitet.
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Um das Sortiment voll auszuschöpfen und den Bogen zur CG-Versiegelung zu bekommen, wurde dann das EZ aufgetragen. Wieder mit einem weichen Pas, diesmal aber nur auf Stufe 1-2. Gerade so, das die Maschine zu rotieren begann. Aber ohne großes Durcharbeiten, einfach nur verteilen und mit 2-3 kurzen Durchgängen ein schönes Muster fahren.
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Jetzt mußte der Glanz natürlich angemessen konserviert werden. Dabei viel die Wahl auf das Jetseal. Als letztes Topic war evtl. noch ein Wachs geplant. Aber das ist noch auf dem Postweg unterwegs. Wird vielleicht später noch nachgeholt.
Die Versiegelung wurde in zwei Lagen verarbeitet, unter Beachtung der empfohlenen Ablüftzeiten. Mit dem weichen Pad auf Stufe 1 ging das aber flott bei wenig Materialeinsatz. Auch das Abtragen mit dem MF-Tuch gelingt einfach. Kein Vergleich zu der Schinderei mit LiquidGlass die ich früher immer Hatte.
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Wir haben leider keine 50/50 Bilder gemacht, die man hier zeigen könnte. Ich habe nur eines gefunden, was nach dem ersten Durchgang mit der #83 entstanden ist. Da die Vorgehensweise beim Testspot aber identisch war, sind die anderen Bilder eine Woche älter.
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Zum Abschluß der ganzen Aktion wurden dann natürlich noch die Fenster geputzt. Die Einstiege und Falze wurden mit dem UQD vom Schleifstaub befreit.
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Wir haben zu Zweit 9 Stunden für die ganze Aktion gebraucht. Pausen wurden keine gemacht, nur haben wir den Wagen nach jedem Durchgang kurz für ein paar Fotos aus der Garage gerollt. Ohne die Fotos wäre es sicher schneller möglich gewesen, sind immerhin doch über 300 Stück geworden. Die überzogene Pause wurde aber im Anschluß bei kühlem Bier und ein paar Lammsteaks nachgeholt.
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Es war ein harter Tag, aber ich denke es hat sich richtig gelohnt. Bis auf ein kaputtes Pad (Klett abgerissen) geb es keine weiteren Verluste. Jetzt bin ich nur mal gespannt, wie lange der Lack so schön bleibt.
Habe jetzt auf jeden Fall auch genug Erfahrungen gesammelt, um mich an meinen eigenen Wagen heranzutrauen.
Danke fürs Lesen.
Gruß Ingo